Die Bundesnetzagentur warnt vor gefälschten Briefen, die derzeit im Umlauf sind und Betreiber von Photovoltaikanlagen ins Visier nehmen. In den Schreiben wird behauptet, die Empfänger hätten ihre Anlagen nicht korrekt im Marktstammdatenregister angemeldet. Zugleich wird eine sogenannte Sanktionszahlung verlangt.
Nach Angaben der Behörde ist das Schreiben ein betrügerischer Versuch und stammt nicht von der Bundesnetzagentur. Die gefälschten Briefe behaupten, gegen Pflichten aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und der Marktstammdatenregister-Verordnung sei verstoßen worden, und drohen mit Verfahren gegen die Betroffenen. Gefordert werden 41,60 Euro; falls dieser Betrag nicht gezahlt werde, solle eine „volle Sanktion“ von 208 Euro fällig werden. Zusätzlich sollen die Empfänger Bankdaten oder andere persönliche Angaben an [email protected] senden.
Gerade die Mischung aus amtlich klingender Sprache, konkreten Beträgen und dem Verweis auf technische Meldepflichten macht die Fälschung glaubwürdig genug, um Menschen unter Druck zu setzen. Der Hinweis der Behörde ist deshalb mehr als eine bloße Warnung vor einer dubiosen Postsendung: Er richtet sich an eine klar umrissene Gruppe von Anlagenbetreibern, die sich in einem vertrauten Regelwerk wiederfinden und die Drohung deshalb leichter ernst nehmen könnten.
Für Betroffene gilt nach Angaben der Bundesnetzagentur: kein Geld zahlen, keine persönlichen oder bankbezogenen Informationen weitergeben. Wer einen solchen Brief erhält, soll die Polizei informieren und auch dann Strafanzeige erstatten, wenn noch kein Schaden entstanden ist. Damit ist die zentrale Frage für Empfänger nicht, ob der Betrag gering ist, sondern ob sie auf das Schreiben reagieren - und genau das sollen sie gerade nicht tun.

