Donald Trump plant zwei neue permanente Hubschrauberlandeplätze: einen am Weißen Haus und einen auf dem Anwesen Mar-a-Lago. Es geht um den Sikorsky Vh-92a Patriot, den der Präsident in beiden Fällen auf festen Pads landen lassen will.
Der Hintergrund ist teuer und politisch aufgeladen. Ein Bericht der Government Accountability Office aus dem Jahr 2019 setzte die Kosten pro Vh-92a Patriot auf 215 Millionen Dollar; die Marine Corps gab für eine Flotte von 23 Maschinen fast 5 Milliarden Dollar aus. Damit ist der Hubschrauber mehr als zehnmal so teuer wie die VH-3D Sea King, die rund 20 Millionen Dollar kostet und seit Gerald Ford jeden US-Präsidenten befördert hat. Der neue Jet-ähnliche Transporter kann 6.200 Pfund mehr heben als der ältere Sea King und verfügt über Infrarot-Gegenmaßnahmen gegen Raketen sowie Schutz gegen den elektromagnetischen Impuls einer Atombombe.
Am Weißen Haus ist der Streit vor allem praktisch. Die Rotoren und der Auspuff des Vh-92a versengen den Rasen, und Sikorsky hat seit Jahren keine Lösung für dieses Problem gefunden. Trump hat sich nach Angaben aus seinem Umfeld schon mit dem Entwurf für ein dauerhaftes Landeareal auf dem South Lawn befasst. Während die Marine Corps erklärt hat, ihre Marine-One-Einheit sei für alle nötigen Einsätze ausreichend ausgestattet, will Trump offenbar eine dauerhafte Infrastruktur schaffen, statt bei jedem Flug mit den mobilen Aluminiumplatten arbeiten zu müssen, die bislang auf den Rasen gerollt werden.
Auch in Florida läuft bereits Vorbereitung. Mar-a-Lago hat rund 7.746 Dollar für eine Genehmigung bezahlt, um auf dem West Lawn des Clubs einen 60-Fuß-Helipad zu installieren. Das Projekt soll von der in West Palm Beach ansässigen Moroney Construction LLC ausgeführt werden; entworfen wurde es von REG Architects. Die U.S. Secret Service hatte den Palm Beach Town Council gebeten, die Anlage nach Trumps Ausscheiden aus dem Weißen Haus stehen zu lassen. Die Behörde verwies dabei auf eine erhebliche Bedrohungsbewertung gegen Trump und seine Familie, doch die Ratsmitglieder vertagten den Antrag am 14. April.
Genau dort liegt die Spannung: Was als Frage der Sicherheit verkauft wird, trifft auf ein historisches Gelände, das nicht für permanente Luftlandeplätze gedacht ist. Der ehemalige Marineinfanterie-Oberst Ray L'Heureux nannte einen festen Pad auf dem South Lawn am Sonntag stimmig nur in einem Punkt — er sei aus ästhetischer Sicht „stupid from an aesthetic standpoint“. Er sprach von einem Ort, der historisch sei, und vom „back yard of the White House“. Die Regierung wiederum sagt, Trump habe das Weiße Haus und Washington auf eine Weise verbessert, die künftigen Präsidenten und Amerikanern zugutekomme. Ob diese neue Vision am Ende den Rasen, das Protokoll und die Nachbarschaft im Griff hat, ist heute die eigentliche Machtfrage hinter einem Helipad.

