Manuel Neuer soll nach seinem Rücktritt nach der Euro 2024 wieder in die deutsche Nationalmannschaft zurückkehren und bei der Weltmeisterschaft im nächsten Monat als Nummer eins im Kader stehen. Julian Nagelsmann will den 40 Jahre alten Torhüter nach Angaben aus dem Umfeld des Teams bei der Nominierung am Donnerstag an die Spitze seiner Torwart-Hierarchie setzen.
Für Oliver Baumann ist die Rollenverteilung demnach bereits klar. Der 35-Jährige, der Deutschland durch die WM-Qualifikation geholfen hat, soll nur als Backup mitfahren. Die Entscheidung ist sportlich nachvollziehbar, sagt Lothar Matthäus, der aber zugleich die fehlende Transparenz in Nagelsmanns Kommunikation kritisiert. Auch Oliver Kahn äußerte Zweifel, ob Neuer mit 40 Jahren bis zum Ende des Turniers das höchste Niveau halten kann.
Die Rückkehr hat auch eine emotionale Seite. Sie weckt Erinnerungen an den deutschen WM-Titel von 2014, als die Mannschaft im Halbfinale Brasilien mit 7:1 schlug und später in Brasilien den Pokal holte. Damals reisten Angela Merkel und Joachim Gauck zum Finale an, ein Bild, das bis heute mit diesem Turnier verbunden bleibt. Dass Neuer nun wieder im Mittelpunkt steht, verleiht dem Comeback einen fast historischen Ton.
Markus Söder begrüßte die Entwicklung mit den Worten: „Es macht Deutschland ein Stück stärker.“ Genau daran wird sich die Entscheidung messen lassen. Wenn Neuer im nächsten Monat wirklich als klare Nummer eins zur WM fährt, wird jede Parade, jeder Patzer und jede Belastungsgrenze sofort zum Prüfstein dafür, ob Nostalgie und sportliche Vernunft diesmal zusammenpassen.

