Serhou Guirassy hat Borussia Dortmunds Saison mit ungewöhnlich klaren Worten eingeordnet. Der Stürmer sagte mit Blick auf die abgearbeitete Spielzeit, es habe „ehrlich gesagt nicht viel“ gegeben, „weil wir nichts gewonnen haben“.
Die Bilanz des Klubs stützt seinen Befund. Dortmund wurde zwar Bundesliga-Zweiter, schied aber in der Champions-League-Playoff-Runde aus und verließ den DFB-Pokal bereits im Achtelfinale. Guirassy sagte dazu auch: „Wir sind im Pokal ausgeschieden, wir sind in der Champions League ausgeschieden - daher gab es nicht viele großartige Momente.“
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der der Klub die Saison ohne Titel beendet hat. Für Borussia Dortmund ist genau das der Maßstab, an dem die Spielzeit am Ende gemessen wird: ein starker Platz in der Bundesliga, aber zwei frühe K.o.-Niederlagen in den Wettbewerben, in denen sich ein Spitzenverein normalerweise über Erfolge definiert.
Gerade deshalb haben Guirassys Worte Gewicht. Als Stürmer beschreibt er nicht eine Randnotiz, sondern das Gefühl in einer Mannschaft, die am Ende zwar oben mitspielte, aber keinen Pokal in den Händen hielt. Die nüchterne Diagnose des Angreifers passt zu einem Jahr, das in der Liga ordentlich, international und im Pokal aber unvollendet blieb.
Für Dortmund bleibt damit die offene Frage, wie der Klub aus einer Saison ohne Titel die richtigen Schlüsse zieht. Guirassy hat sie mit seinem Urteil bereits vorweggenommen: Wer nicht gewinnt, hat am Ende wenig Erinnerungen, die länger tragen als die Enttäuschung.

