Robert Andrich soll nicht im deutschen Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko stehen. Julian Nagelsmann habe den 30-Jährigen darüber nach Angaben eines Berichts über RTL informiert, während die offizielle Nominierung erst für nächsten Donnerstag erwartet wird.
Für Andrich wäre das ein harter Einschnitt. Der Mittelfeldspieler stand vor zwei Jahren bei der Heim-Europameisterschaft in jedem Spiel in der Startelf, kam seit dem Sommer 2025 in Nagelsmanns Qualifikationskampagne aber nur noch zu einem kurzen Einsatz und war zuletzt nicht mehr im Aufgebot. Andrich selbst klammert sich dennoch an eine Resthoffnung. „Ich habe noch keinen Urlaub gebucht, die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte er.
Dass erste Entscheidungen schon vor dem offiziellen Termin durchsickern, passt zu den Tagen vor einer Turniernominierung, in denen sich das Bild der Mannschaft langsam verdichtet. Nach dem aktuellen Stand soll Felix Nmecha bei der WM dabei sein. Der 25-Jährige habe am Montag von Nagelsmann per Telefon von seiner Nominierung erfahren, berichtete Bild. Nmecha hatte zuletzt mehrere Wochen mit einem gerissenen Außenband im Knie verpasst, stand am letzten Bundesliga-Spieltag aber über 90 Minuten beim 2:0 von Borussia Dortmund in Bremen auf dem Platz.
Im Tor zeichnet sich ebenfalls ein klarer Kurs ab. Manuel Neuer ist für die WM als Nummer eins vorgesehen, obwohl er seine Karriere in der Nationalmannschaft nach der Heim-Europameisterschaft eigentlich beendet hatte. Bild zufolge kehrt Neuer nun doch für das Turnier zurück. Als Ersatz soll Oliver Baumann die Rolle der Nummer zwei übernehmen.
Für Nagelsmann bleibt bis zur Verkündung am nächsten Donnerstag noch Zeit, aber das Gerüst ist bereits erkennbar. Andrichs Fall zeigt, wie schnell sich Rangordnungen im Nationalteam verschieben können. Vom Stammspieler bei einem Heimturnier zum möglichen Zuschauer bei der nächsten Weltmeisterschaft ist es nur ein kurzer Weg.

