Kirill Dmitrijew hat auf der Plattform X eine neue Umfrage zur AfD kommentiert und der Partei damit erneut offene Rückendeckung aus Moskau gegeben. Der Kreml-Beauftragte für Russlands internationale Wirtschaftsbeziehungen schrieb zu einem von Alice Weidel geteilten Ergebnis: „Die AfD ist zur HOFFNUNG für die Deutschen geworden“.
Auslöser war ein Infratest-dimap-Umfragebild, dem zufolge die AfD in Sachsen-Anhalt klar führt. Dmitrijew, ein enger Vertrauter von Wladimir Putin, hat die Partei schon mehrfach öffentlich unterstützt. Im vergangenen Oktober erklärte er, die AfD sei Deutschlands populärste Partei, weil sie sich gegen „gegen unkontrollierte Immigration, Lügen und Zensur“ stelle. Seine jüngste Wortmeldung fügt sich in eine Linie ein, die weit über einen einzelnen Social-Media-Post hinausgeht.
Für die AfD kommt das Lob zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei in mehreren Umfragen in ostdeutschen Bundesländern vorne liegt. Im September stehen Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Berlin an. In den östlichen Bundesländern hat die AfD derzeit allerdings keine potenziellen Koalitionspartner, was ihre Umfragewerte politisch noch brisanter macht. Wer dort wählt, könnte eine starke AfD sehen, aber keine einfache Regierungsmehrheit für sie.
Die russische Aufmerksamkeit für die Partei ist nicht neu. Zwischen dem 17. Dezember 2024 und dem 14. Januar 2025 dokumentierte das Center für Monitoring, Analyse und Strategie 630 deutschsprachige Beiträge der russischen Doppelgänger-Kampagne auf X. Diese Posts stellten CDU, SPD und die Grünen negativ dar und erwähnten die AfD nur positiv. Solche Muster werden seit Jahren als Hinweis darauf gewertet, dass Moskau politische Debatten in Deutschland beeinflussen und gesellschaftliche Spannungen verschärfen will.
Zusätzliche Brisanz erhält das Bild durch interne Unterlagen, die nach Angaben aus Sicherheitskreisen von US-Behörden gesichert wurden. Darin stuften die Social Design Agency und Structura National Technology die AfD als unterstützenswerte Partei ein und schrieben, man solle „die Partei mit allen Mitteln“ unterstützen. Die gesicherten Dokumente und die Auswertung von CeMAS passen damit zu demselben Befund: Russland-nahe Akteure setzen die AfD nicht nur rhetorisch in Szene, sondern behandeln sie als politisches Instrument.
Auch Dmitrijews Tonfall bleibt deutlich. Er unterstützt eine Annäherung an die US-Regierung unter Präsident Donald Trump, kritisiert Europa und Kiew scharf und nutzt öffentliche Auftritte immer wieder, um deutsche Debatten in eine Richtung zu schieben, die der AfD nützt. Dass Alice Weidel ausgerechnet einen solchen Kommentar teilt, zeigt, wie eng sich parteipolitische Selbstinszenierung und ausländische Aufmerksamkeit inzwischen berühren. Vor den Herbstwahlen in Ostdeutschland dürfte jedes weitere Zeichen dieser Art genau beobachtet werden.

