Die Gemeinschaft der Palästinenser in Chile erklärte, die Journalistin Carolina Eltit sei von Israel abgefangen worden, als die Flotilla Global Sumud auf dem Weg nach Gaza war. Gleichzeitig meldete die Organisation den Verlust der Kommunikation mit dem Aktivisten Víctor Chanfreau.
Nach Angaben derselben Quelle betraf die Aktion am Montag mehrere Boote der Flotilla Global Sumud. BioBioChile berichtete zudem, dass eines der Boote mit Carolina Eltit an Bord von israelischen Kräften gestoppt worden sei. Die Organisatoren sprachen von einer „agresión ilegal en alta mar“ und stellten den Einsatz damit als Angriff in internationalen Gewässern dar.
Die Mission war darauf ausgelegt, humanitäre Hilfe nach Gaza zu bringen und auf die Lage im Gazastreifen aufmerksam zu machen. Für die chilenische Delegation war es bereits die zweite Unterbrechung dieser Reise: Schon Ende April war ihr erster Versuch in internationalen Gewässern nahe Griechenland abgefangen worden. Wenige Tage vor dem Vorfall am Montag hatten die Teilnehmer die Fahrt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Dutzenden Ländern wieder aufgenommen.
Der aktuelle Zwischenfall ist deshalb mehr als eine weitere Verzögerung. Er trifft eine Reise, die gerade erst nach dem früheren Abbruch neu begonnen hatte, und reiht sich in eine breitere israelische Abfangaktion gegen Boote der Flotilla Global Sumud ein. Für die chilenische Gruppe verschärft der Verlust des Kontakts zu Chanfreau und das Schicksal des Boots mit Eltit an Bord die Ungewissheit über den Zustand der Beteiligten und über den Fortgang der Mission.
Offen bleibt nun vor allem, wie viele weitere Boote der Flottille betroffen sind und ob die chilenische Delegation einen weiteren Versuch unternehmen kann, die Fahrt nach Gaza fortzusetzen. Nach zwei Abfangaktionen innerhalb weniger Monate steht die Mission an einem Punkt, an dem politischer Protest und das Risiko auf See kaum noch zu trennen sind.

