Lesen: Südwestrundfunk: Iran antwortet auf neuen US-Vorschlag im Streit um den Krieg

Südwestrundfunk: Iran antwortet auf neuen US-Vorschlag im Streit um den Krieg

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Iran hat nach Angaben seines Außenministeriums auf einen neuen US-Vorschlag zur Beendigung des Kriegs reagiert. Außenamtssprecher sagte, Teherans Bedenken seien der Gegenseite übermittelt worden und die Gespräche würden über den pakistanischen Vermittler weitergehen.

Baghai sagte, Pakistan habe bereits eine überarbeitete iranische Vorlage an die Vereinigten Staaten überbracht. Ein Insider sagte dazu, es bleibe nur wenig Zeit, um die bestehenden Differenzen zu überwinden. Beide Seiten änderten zudem weiter ihre Bedingungen. Baghai erklärte auch, Washington habe zuvor Antworten auf Irans frühere Vorlage geschickt. US-Präsident wies diesen Vorschlag öffentlich als einen „dämlichen Vorschlag“ zurück.

Am Sonntag berichtete die iranische Nachrichtenagentur über den jüngsten US-Vorschlag. Demnach machte Washington erneut klar, dass die Kämpfe nur dann dauerhaft enden würden, wenn bestimmte Verhandlungsergebnisse erreicht würden. Iran sieht ein Ende der Kämpfe, vor allem der israelischen Offensive im Libanon, laut Fars als Voraussetzung für weitere Gespräche. Der jüngste Vorschlag soll zudem die Forderung enthalten, dass Iran 400 Kilogramm hochangereichertes Uran an die Vereinigten Staaten übergibt. Dafür dürfte Teheran eine Nuklearanlage weiter betreiben.

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Iran will derzeit nach eigenen Angaben nicht über sein Atomprogramm verhandeln. Trump sagte dennoch erneut, Iran wolle unbedingt einen Deal unterschreiben. Der Konflikt belastet seit Wochen die fragile Waffenruhe im Raum Iran und Golf, während die Frage nach den Bedingungen für ein Ende der Kämpfe ungelöst bleibt.

Auch in Europa wächst der Druck auf Teheran. Bundeskanzler kritisierte Iran scharf und forderte ernsthafte Gespräche mit den Vereinigten Staaten. Iran müsse aufhören, seine Nachbarn zu bedrohen und die Straße von Hormus ohne Einschränkungen öffnen, sagte Merz. Zugleich verurteilte er die erneuten iranischen Luftschläge gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Partner sowie Angriffe auf Nuklearanlagen als Bedrohung für die Sicherheit in der gesamten Region.

Die Finanzminister der G7 beraten in Paris über die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs und einer Blockade der Straße von Hormus. Bundesfinanzminister warnte vor „ernsthafter Bedrohung für die Weltwirtschaft“ und sagte, der Krieg schade der wirtschaftlichen Entwicklung massiv. Alles müsse getan werden, um den Krieg „dauerhaft zu beenden“ und die Region zu stabilisieren. Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für den weltweiten Öl- und Gasverkehr, weshalb jede Eskalation sofort über die Region hinaus wirkt.

Ob die Vermittlung über Pakistan die festgefahrenen Positionen noch zusammenbringen kann, ist offen. Nach den bisher bekannten Bedingungen liegen die Kernstreitpunkte weiter bei Irans Atomprogramm, dem Ende der Kämpfe und der Frage, wer zuerst Zugeständnisse machen soll.

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