AEK und Olympiacos treffen heute in Filadelfeia in einem kleinen Endspiel um den zweiten Platz aufeinander. Das Duell dürfte nach Lage der Dinge auch entscheiden, wer das Ticket für die Champions-League-Qualifikation bekommt.
Für AEK ist es ein Abend, an dem die Heimserie mehr sagt als jede Tabelle. Die Mannschaft hat in dieser Saison drei Heimniederlagen kassiert, und alle drei kamen in Spielen, in denen sie kein Tor erzielte: das 0:2 gegen PAOK in der Liga, das 0:1 gegen OFI im Pokal und das 0:2 gegen Celje in der Conference League. Sobald AEK vor eigenem Publikum mindestens einmal trifft, hat es dort noch nicht verloren. Dazu kommen drei 1:1-Heimremis, eines davon mit einem Last-Minute-Elfmeter von Olympiacos, eines mit einem späten Strafstoß von AEK gegen Shamrock Rovers und eines, in dem AEK Aris Limassol per Elfmeter ausglich und später nach Verlängerung 3:1 gewann.
Der Kontrast zu Olympiacos ist deutlich. Die Piräus-Mannschaft hat in der Liga drei Siege geholt, und alle drei kamen mit weißer Weste: das 2:0 gegen AEK, das 1:0 gegen PAO und das 2:0 gegen PAO in Leoforos. Auch in Europa war das Muster ähnlich, mit dem 2:0 gegen Bayer Leverkusen in Karaiskakis und dem 1:0 in Kasachstan gegen Kairat. Genau dieses Bild macht das Spiel in Filadelfeia so schwer lesbar. AEK kann sich auf seine Comeback-Fähigkeit berufen: Vor Kurzem drehte die Mannschaft ein 0:1 gegen PAO noch zu einem 2:1 durch ein Tor in der 93. Minute, vor Weihnachten wurde aus einem 0:1 gegen OFI ein 2:1, und gegen Craiova machte AEK aus einem 0:2 noch ein 3:2 mit zwei Treffern in der Nachspielzeit.
Die Gleichung ist am Ende einfach und hart. Wenn AEK zuerst trifft, gewinnt es fast immer, mit dem Derby gegen Olympiacos als wichtigster Ausnahme. Olympiacos wiederum lebt in den schweren Auswärtsspielen von Stabilität und den Ergebnissen in den Derbys, auch wenn die Bilanz draußen nicht makellos ist: Niederlagen in Toumba mit 1:2 und 1:3, dazu ein 1:1 in Leoforos und ein 1:1 in Filadelfeia gehören zu dieser Saison. Genau deshalb hängt an diesem Abend mehr als nur ein Sieg oder ein Unentschieden. Es geht um Platz zwei, um die europäische Perspektive und um die Frage, welche Mannschaft ihre Saisonform in einem Spiel auf den Punkt bringen kann.
Dass ein ehemaliger Olympiacos-Spieler wie Joao Carvalho in Portugal die Saison als bester Vorlagengeber mit 12 Assists und 6 Toren für Estoril beendet hat, zeigt nebenbei, wie viel Qualität in diesem Kaderumfeld steckt. Carvalho, 29 Jahre alt, wurde in dieser Saison auf der Acht, der Zehn, auf beiden Flügeln und als zweite Spitze eingesetzt. Für den heutigen Abend in Filadelfeia zählt aber nur, wer den Druck besser aushält. Nach allem, was beide Teams in dieser Saison gezeigt haben, spricht vieles dafür, dass eine einzige Szene den Ausschlag gibt.

