Borussia Mönchengladbach hat TSG 1899 Hoffenheim mit 4:0 besiegt und dem eigenen Schlussspurt noch einmal Schub gegeben. Hugo Bolin traf in der 14. Minute, Haris Tabakovic legte in der 23. nach, und nach der Pause sah Tim Lemperle in der 46. Minute Gelb-Rot. Danach spielte Hoffenheim die gesamte zweite Hälfte in Unterzahl.
Für Hoffenheim war es ein bitterer Nachmittag in einem Spiel, in das die Mannschaft noch mit realen Chancen auf einen Champions-League-Platz gegangen war. Gladbach hatte zuvor in Augsburg 1:3 verloren, brauchte also selbst ein klares Signal. Das kam früh: Im Strafraum fand sich zuerst Platz für Bolin, dann für Tabakovic, dessen Treffer schon das 13. Saisontor bedeutete. Der Angreifer steht derzeit nur ausgeliehen bei Gladbach und wird nach Saisonende offiziell wieder auf Hoffenheims Gehaltsliste stehen.
Der Anfang hatte Hoffenheim sogar noch eine große Gelegenheit eröffnet. In der 8. Minute eroberte Tim Lemperle den Ball von Joe Scally, Andrej Kramaric kam anschließend aus kurzer Distanz zum Abschluss, setzte den Ball aber vorbei. Es war eine Szene, die den Abend hätte kippen können. Stattdessen riss Gladbach die Partie sofort an sich und nutzte die Lücken mit Konsequenz. Kevin Diks erhöhte in der 81. Minute auf 3:0, Robin Hack machte in der 90.+1 Minute das vierte Tor.
Der Platzverweis direkt nach der Pause veränderte den Charakter des Spiels endgültig. Hoffenheim musste fast eine komplette Halbzeit zu zehnt überstehen, während Gladbach die Räume immer wieder bespielte. Für Eugen Polanski war das ein „fast perfekten Tag“, wie der Gladbacher Trainer den Auftritt beschrieb. Die Formulierung passte auf das Ergebnis, nicht aber auf die Frage, die das Spiel für den Klub aus Mönchengladbach weiter offenlässt: die Zukunft des Trainers selbst. Rouven Schröder sagte, der Verein werde die Lage in Ruhe während der Woche analysieren und die Tür für Polanski offen halten. Er verwies auf gute Argumente, nannte die Spiele gegen Hoffenheim und auch gegen Dortmund, sprach aber ebenso von vielen Dingen, die deutlich besser werden müssten.
Genau darin liegt der Wert dieses 4:0. Gladbach hat nicht nur gewonnen, sondern gegen einen Gegner getroffen, der bis zum Anpfiff noch auf eine Europapokal-Position schielte. Tabakovic wiederum lieferte ausgerechnet gegen den Klub ab, dem er gehört, bevor er am Ende der Saison zu Hoffenheim zurückkehrt. Das Resultat hilft Gladbach sportlich sofort. Ob es auch die Diskussion um den Trainer beruhigt, wird die Woche zeigen.

