Lesen: Christopher Trimmel reicht Referee Patrick Ittrich eine rote Karte zum Abschied

Christopher Trimmel reicht Referee Patrick Ittrich eine rote Karte zum Abschied

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Union-Berlins Kapitän hat Schiedsrichter am Samstag nach dessen letztem Spiel in der Bundesliga mit einer roten Karte verabschiedet. Die Szene kam nach dem 4:0 der Berliner gegen und wurde zu einem stillen, aber unübersehbaren Zeichen für einen Mann, der seine Karriere in der höchsten deutschen Spielklasse beendet hat.

Die Karte war mit einer Botschaft und Trimmels Autogramm versehen. Der Österreicher sagte, er habe Ittrich gesagt, „er kann es gern aufheben“. Zugleich stellte er klar: „Er kann es aber auch wegschmeißen, was immer er möchte. Jetzt gehen wir aber erstmal was trinken“. Es war ein kurzer Satz, aber einer, der besser als jedes offizielle Schulterklopfen zeigte, wie persönlich dieser Abschied gemeint war.

Für Ittrich war der Abend nach dem Schlusspfiff mehr als nur ein geordneter Abschied aus einem Beruf. Der 47-Jährige weinte nach der Partie und sagte, er sei völlig überwältigt gewesen. „Ich bin eigentlich kein Heuler, aber: Kommt das mit dem Alter?“, fragte er. Später fügte er hinzu: „Wahnsinn, dass es noch mal so emotional wird“.

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Der Moment bekam auch deshalb Gewicht, weil Ittrich nicht der einzige Unparteiische war, der an diesem letzten Bundesliga-Spieltag aufhörte. Auch , und beendeten ihre Laufbahn in der Bundesliga. Aytekin weinte ebenfalls nach seinem Abschiedsspiel, in dem den 1. FC Köln mit 5:1 besiegte.

Die Geste von Trimmel war damit nicht nur eine persönliche Reverenz an Ittrichs Ruhestand aus dem Bundesliga-Schiedsrichterwesen. Sie stand auch für einen Spieltag, an dem mehrere bekannte Referees aus der höchsten Liga verschwanden und ihre Abschiede mit Emotionen verbunden waren, die auf dem Platz sonst selten sichtbar werden. Gerade in einer Disziplin, in der Zurückhaltung oft zur Berufsanforderung gehört, fiel die Offenheit dieses Wochenendes umso stärker auf.

Was von diesem Samstag bleibt, ist deshalb weniger die rote Karte selbst als ihr Sinn: ein Respektzeichen zwischen Kapitän und Schiedsrichter, das Ittrich ausgerechnet nach seinem letzten Auftritt in der Bundesliga bekam. Und während die Szene in Berlin bereits als kuriose Randnotiz wirken könnte, machte sie doch sichtbar, wie nah sich auch im Profi-Fußball Dank, Abschied und Vergänglichkeit kommen können.

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