Tobias Welz beendet am Samstag in Frankfurt seine Karriere als Bundesliga-Schiedsrichter. Der 49-Jährige leitet zum Abschied das Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart und kommt damit auf 157 Bundesliga-Partien.
Für Welz ist es ein Abschluss nach einem langen Weg, der früh begann. Mit 12 Jahren begleitete er seinen Vater auf einen Lehrgang, mit 16 pfiff er erstmals ein Erwachsenenspiel in der Bezirksliga. Mit 22 nahm ihn der DFB auf, seit 2010 war er in der Bundesliga aktiv. Parallel zu seiner Arbeit als Unparteiischer diente er als Beamter der hessischen Polizei.
Seinen Platz im deutschen Fußball hat Welz nicht nur über die Zahlen, sondern auch über einige große Spiele gefestigt. 2020 leitete er das DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen, das Bayern 4:2 gewann. Auch 2024 stand er wieder in einem Spiel von Eintracht Frankfurt auf dem Platz, beim 2:0 gegen Gladbach. Am Samstagabend wird in seiner Bilanz zudem die Marke von 122 Zweitliga-Partien stehen.
Der Abschied kommt in einer Phase, in der mehrere erfahrene Referees nach dieser Saison aufhören. Neben Welz beenden auch Frank Willenborg, Patrick Ittrich und Deniz Aytekin ihre langen Bundesliga-Laufbahnen. Für Welz ist das letzte Spiel ausgerechnet eines gegen Stuttgart, einen Klub, bei dem er nach dem Pokalfight gegen den SC Freiburg nicht positiv in Erinnerung ist.
Die Mischung aus Routine, Belastung und öffentlicher Kritik gehört zu einer Karriere, die länger dauerte als die meisten Spielerkarrieren. Welz selbst zog zuletzt ein positives Fazit und sagte, die Schiedsrichterei habe ihm einerseits extrem viel abverlangt, ihm andererseits aber auch unwahrscheinlich viel zurückgegeben. Dass er am Ende mit einem Bundesliga-Spiel in Frankfurt aufhört, passt zu einem Laufbahnende ohne großes Zeremoniell, aber mit klarer Kante bis zum Schluss.
