Lesen: Joshua Kimmich und das Ende einer Karriere: Ittrich blickt zurück

Joshua Kimmich und das Ende einer Karriere: Ittrich blickt zurück

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geht an diesem Wochenende zum letzten Mal als Bundesliga-Schiedsrichter auf den Platz, und ausgerechnet vor dem Abschied spricht der 47-Jährige ungewöhnlich offen über einen Spieler, mit dem er nie ganz warm geworden ist: . „Mit Kimmich ist es nicht immer einfach“, sagte Ittrich im Gespräch mit ntv.de. Sein letztes Spiel wird im Stadion an der Alten Försterei in Berlin angepfiffen.

Dass Ittrich kurz vor dem Ende seiner großen Laufbahn kein Blatt vor den Mund nimmt, passt zu einem Mann, der seit Jahren mit den Reibungen seines Berufs lebt. Er sagte: „Ich bin Schiedsrichter. Eigentlich ist ja immer einer stinkig auf mich, weil ich in irgendjemandes Augen irgendeinen Mist gepfiffen habe und er daher keinen Bock auf mich hat.“ Jetzt sei das anders, sagte er weiter. „Aber das ist momentan anders und schon toll, ich sauge das gerade wirklich auf.“

Ittrichs Karriereende ist nicht nur ein formaler Schlussstrich, sondern der Abgang eines Unparteiischen, der den Alltag des deutschen Profifußballs aus nächster Nähe erlebt hat. In dem Abschiedsinterview blickte er auch auf Momente zurück, die zeigen, wie eng Spiel, Druck und Zufall im Fußball oft zusammenliegen. Vor dem Spiel des gegen steckte er nach eigener Darstellung im Verkehr fest, weil eine Fanmarch und eine von der Polizei gesperrte Straße den Weg blockierten; er musste durch die Menge zu Fuß weiter. Vor einem anderen Spiel traf er am Tag zuvor Borussia Dortmunds Trainer zufällig beim Verlassen eines Restaurants. Kovac habe ihn auf angesprochen und gesagt, der Verteidiger solle verabschiedet werden und möglichst sein 300. Bundesliga-Spiel erhalten. Kovac habe gefragt, ob es möglich sei, vor der Auswechslung nicht abzupfeifen.

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Die Szene sagt viel über Ittrichs Abschied aus: Er verlässt einen Beruf, in dem Entscheidungen sofort Gewicht bekommen und selten lange vergessen werden. Gerade deshalb klingen seine Sätze über Kimmich nicht wie eine Randnotiz, sondern wie das Urteil eines Schiedsrichters, der gelernt hat, mit Widerstand zu leben und ihn im besten Fall einzuordnen. Vor über zehn Jahren, sagte Ittrich, sei er auf einen Berg gestiegen und habe dort nach eigener Darstellung eine Art Erleuchtung erlebt. Am Ende seiner Laufbahn wirkt der 47-Jährige gelöst genug, um das Erlebte nicht zu glätten. Nach seinem letzten Spiel in Berlin will er mit seiner Familie zusammenkommen und Erinnerungen teilen.

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