Lesen: Insa-umfrage: AfD liegt vor Union, Merz unter Druck

Insa-umfrage: AfD liegt vor Union, Merz unter Druck

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Ein Jahr und sechs Tage nach Beginn des schwarz-roten Regierungsbündnisses liegt die AfD im neuen mit 27 Prozent fünf Punkte vor der Union. CDU und CSU kommen knapp über die 20-Prozentmarke, die auf 15 Prozent, die SPD liegt knapp vor der Linken, und die FDP hält die 5-Prozent-Hürde weiter in Sicht.

Der Befund trifft eine Koalition, deren Haltbarkeit schon früh bezweifelt wurde. 43 Prozent können sich vorstellen, dass das Bündnis aus CDU, CSU und SPD bis Anfang 2029 hält, 53 Prozent erwarten ein früheres Aus. Im August 2025 lagen die Erwartungen noch anders: Damals rechneten 52 Prozent mit einem Durchhalten der Koalition und 43 Prozent mit einem vorzeitigen Ende. Unter den Wählern von CDU, CSU oder SPD im Februar 2025 gehen weiter zwei Drittel davon aus, dass die Regierung die volle Legislatur regiert.

Die Zahlen zeigen zugleich, wie wenig die Parteien den politischen Streit bisher für sich nutzen konnten. Auf die Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, nennen 14 Prozent die CDU und CSU, ebenso viele die AfD. Die SPD kommt auf 6 Prozent, die Grünen auf 8 Prozent und die auf 4 Prozent. 52 Prozent schreiben keiner Partei diese Kompetenz zu. Dass das BSW wegen eines Werts innerhalb der statistischen Fehlertoleranz vom Institut nicht gesondert ausgewiesen wird, ändert an dem Bild wenig: Die politische Mitte bleibt fragmentiert, die Zustimmung verteilt sich kaum auf klare Mehrheiten.

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Für ist der Tag ebenfalls kein leichter. Nur 14 Prozent sind mit seiner Arbeit als Bundeskanzler zufrieden. Selbst unter den Anhängern von CDU und CSU bleibt die Mehrheit aus: 47 Prozent äußern sich zufrieden, obwohl Merz am 6. Mai anlässlich seines ersten Dienstjubiläums mehrere große Interviews gegeben hatte. Ein Jahr und sechs Tage nach Start des Bündnisses ist damit nicht nur die Kanzlerschaft unter Druck, sondern auch die Frage, ob die Koalition überhaupt genug Halt findet, um bis 2029 durchzuhalten.

Hinzu kommt, dass die AfD ihren Abstand zur Konkurrenz nicht in einem Vakuum ausbaut. Ihr Wert von 27 Prozent liegt deutlich über dem Bundestagswahlergebnis von 2025 mit 20,8 Prozent. Gleichzeitig beträgt der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen 25 Prozent und damit weiter mehr als bei der vergangenen Bundestagswahl mit 17,9 Prozent. Wer nach einem schnellen Stimmungsumschwung sucht, findet ihn in diesen Zahlen nicht; wer nach Unruhe sucht, findet sie überall sonst.

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