Robert Fico hat nach Gesprächen in Moskau ein dringendes Treffen mit Vertretern des Energieunternehmens Transpetrol einberufen. Der slowakische Ministerpräsident sagte, er müsse „angesichts der Ergebnisse der Gespräche in Moskau“ sofort eine Beratung mit dem Unternehmen einberufen.
Der Schritt folgte unmittelbar auf Ficos Besuch in der russischen Hauptstadt am 9. Mai, an dem er als einziger Regierungschef aus einem EU-Land zur Siegesfeier nach Moskau gereist war. Sein Auftritt hatte bei mehreren EU-Spitzenpolitikern Missfallen ausgelöst.
Fico sagte nach den Gesprächen, er müsse die Informationen nun rasch an Transpetrol weitergeben, weil er bestimmte Schritte unternehme, die für die Slowakei nützlich sein könnten. Mit dem Treffen rückt ein Unternehmen in den Mittelpunkt, das in der Mitteilung als Energiegesellschaft bezeichnet wird, nachdem Fico in Moskau nicht nur über Energiefragen, sondern auch über den Krieg in der Ukraine gesprochen hatte.
Am 9. Mai teilte Fico Präsident Wladimir Putin mit, dass Wolodymyr Selenskyj zu Verhandlungen in jeder Form bereit sei. Putin schloss ein Gespräch mit seinem ukrainischen Gegenüber nicht aus, sagte aber, er warte zunächst auf dessen Anruf. Damit steht Ficos Moskau-Reise weiter im Spannungsfeld zwischen seinen eigenen politischen Signalen und der klaren Skepsis, die sein Auftreten in der EU ausgelöst hat.
Wie viel von Ficos Botschaft nun tatsächlich in konkrete Schritte für die slowakische Energieversorgung mündet, dürfte sich nach dem Treffen mit Transpetrol zeigen. Sicher ist vorerst nur: Der Moskau-Besuch hat für den slowakischen Regierungschef nicht mit der Rückkehr nach Bratislava geendet, sondern mit einem Telefon oder einer Sitzung, die sofort Konsequenzen haben sollte.

