Lesen: Voyager 1 erreicht bald den Lichttag von der Erde – ein Rekord für NASA

Voyager 1 erreicht bald den Lichttag von der Erde – ein Rekord für NASA

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Voyager 1 wird am 18. November 2026 eine Entfernung von einem Lichttag von der Erde erreichen, sagt . Dann braucht ein Signal 24 Stunden für den Weg in beide Richtungen. Heute ist die Sonde bereits etwa 25,4 Milliarden Kilometer entfernt, und Signale zu ihr brauchen schon mehr als 23 Stunden.

Damit rückt ein Maßstab in den Blick, der für den Weltraum schwer vorstellbar bleibt. Licht legt pro Sekunde 300.000 Kilometer zurück, rund 1,08 Milliarden Kilometer pro Stunde und etwa 9,46 Billionen Kilometer im Jahr. Die Erde ist mit der Sonne durch etwa acht Lichtminuten verbunden, der Mond liegt bei 1,28 Lichtsekunden, und Pluto ist ungefähr 6,8 Lichtstunden entfernt. Voyager 1 ist längst jenseits davon: Die Sonde befindet sich schon im interstellaren Raum.

Die Missionen Voyager 1 und Voyager 2 fliegen seit fast 50 Jahren durch das All. Beide tragen eine Golden Record als Teil eines interstellaren Grußes. NASA schaltet seit Jahren auf beiden Raumsonden nach und nach Instrumente ab, um Strom zu sparen. Auch wenn diese Maßnahmen irgendwann enden, werden die Sonden weiter durchs All treiben.

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Voyager 2 folgt einem anderen Kurs, weil sie nach dem Start im Herbst 1977 einen leicht anderen Weg nahm als Voyager 1. Deshalb wird sie nach NASA-Angaben erst im Oktober 2035 einen Lichttag von der Erde entfernt sein. Der Lichtweg zu Voyager 2 dauert derzeit etwas mehr als 19 Stunden. Der Abstand zwischen den beiden Sonden zeigt, wie sehr selbst zwei Schwestermissionen auseinanderlaufen können, wenn sie sich seit Jahrzehnten im leeren Raum bewegen.

Der Vergleich hat auch eine historische Dimension. 1905 schrieb in seiner speziellen Relativitätstheorie, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum die höchste mögliche Geschwindigkeit im Universum sei. Voyager 1 und Voyager 2 sind mit ihren Rekorden also nicht einfach weit weg; sie markieren die Grenze dessen, wie Menschen Entfernungen im All überhaupt noch in Sprache fassen können. Für die Erde heißt das: Der nächste große Meilenstein ist kein neuer Start, sondern ein Anruf, der erst am nächsten Tag ankommt.

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