Lesen: Bundeswehr-Chef Breuer warnt vor möglichem russischen NATO-Test bis 2029

Bundeswehr-Chef Breuer warnt vor möglichem russischen NATO-Test bis 2029

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Russland könnte die nach Einschätzung von -Inspekteur schon 2029 militärisch testen, womöglich sogar früher. Der höchste Soldat Deutschlands sagte in einem gemeinsamen Interview mit seinem britischen Amtskollegen Air Chief Marshal der Süddeutschen Zeitung, die verschiedenen Indikatoren aus Aufrüstung, Personalaufbau sowie wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen liefen auf diesen Zeitpunkt zu.

Breuer formulierte seine Warnung unmissverständlich: „Unser Problem ist in Moskau und nirgendwo anders.“ Zugleich verlangte er für die Bundeswehr eine „Fight-Tonight-Fähigkeit“, also Streitkräfte, die ohne Vorwarnzeit sofort einsatzbereit sind. Seine Einschätzung fällt in eine Phase, in der auch NATO-Kreise die Zeit bis 2029 als kritische Etappe betrachten.

Die Aussage gewinnt zusätzlich Gewicht durch einen weiteren Bericht: Ein internes Papier, über das der WDR berichtete, kam bereits 2024 zu dem Schluss, Russland könne in drei bis fünf Jahren über die Fähigkeit für einen großangelegten Krieg gegen die NATO verfügen. Breuers Warnung liegt damit auf derselben Zeitskala wie andere Einschätzungen aus dem Bündnis, auch wenn sie je nach Quelle unterschiedlich zugespitzt werden.

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Politisch ist die Linie in Deutschland nicht neu. Verteidigungsminister sagte am 5. Juni 2024 im , man dürfe nicht glauben, dass Putin an den Grenzen der Ukraine haltmachen werde, wenn er so weit komme. Damals forderte er zudem, Deutschland müsse bis 2029 „kriegstüchtig“ sein und glaubwürdig abschrecken, um das Äußerste zu verhindern.

Breuer und Knighton stellten ihre Warnung zugleich in den Rahmen einer engeren deutsch-britischen Zusammenarbeit. Deutschland und Großbritannien hatten im Oktober 2024 das Trinity-House-Abkommen geschlossen, das die Kooperation bei Abschreckung, Bereitschaft und gemeinsamen Rüstungsprojekten vertiefen soll. Nach Angaben der beiden Militärs sind die Streitkräfte bereits so eng integriert, dass sie zusammen operieren können.

Genannt wurden dabei etwa die Luftraumüberwachung im Baltikum und die Zusammenarbeit in NATO-Seeverbänden. Gerade diese Beispiele sollen zeigen, dass die Kooperation nicht nur auf dem Papier steht, sondern in laufenden Missionen bereits funktioniert. Für beide Seiten ist das auch ein Signal an Moskau, dass die Bündnispartner auf schnellere Krisen reagieren wollen.

Aus dem Kreml kam umgehend Widerspruch. Sprecher wies die Vorwürfe zurück, Russland plane einen Angriff auf die NATO. Warnungen aus europäischen Hauptstädten bezeichnete er als „militaristische und kriegsbefürwortende Rhetorik“ und erklärte zugleich: „In Russland gibt es keine Anhänger jedweder Konfrontation mit der NATO.“

Gerade dieser Widerspruch macht die Lage heikel. Während Moskau Angriffsabsichten bestreitet, richten sich die Warnungen aus Berlin, London und anderen Hauptstädten auf eine mögliche Fähigkeit, nicht auf eine bereits bekannte Absicht. Breuers Punkt ist deshalb nicht, dass ein Angriff beschlossen sei, sondern dass Russland aus Sicht der Bundeswehr und des Bündnisses zeitnah in die Lage kommen könnte, die NATO militärisch zu prüfen.

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Für die Bundeswehr bleibt damit vor allem eine Frage offen: ob Deutschland und seine Verbündeten ihre Aufrüstung, ihren Personalaufbau und ihre Einsatzbereitschaft schnell genug hochfahren, um einen solchen Test zu verhindern. Breuers Botschaft ist klar genug, um politisch nachzuwirken, und hart genug, um in den kommenden Monaten die Debatte über Tempo, Geld und Einsatzbereitschaft weiter zu verschärfen.

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