Lesen: Aufrüstung bis 2029: Breuer warnt vor möglichem NATO-Test Russlands

Aufrüstung bis 2029: Breuer warnt vor möglichem NATO-Test Russlands

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Deutschland muss nach Ansicht von Generalinspekteur schon heute auf einen möglichen militärischen Test Russlands gegen die vorbereitet sein. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Breuer am 15. Mai, die Bündnisverteidigung müsse eine „Fight-Tonight-Fähigkeit“ haben, weil Russland 2029 oder sogar früher zuschlagen könnte.

Breuer verknüpfte die Warnung mit einer klaren Diagnose: Die verschiedenen Indikatoren - Aufrüstung, Personalaufbau sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen - liefen auf einen Punkt zu, sagte er. Moskau nutze den Krieg gegen die Ukraine, der seit dem 24. Februar 2022 läuft, um zu lernen. Russland habe gezeigt, dass es bereit sei, souveräne Staaten anzugreifen. „Unser Problem ist in Moskau und nirgendwo anders“, sagte Breuer. Deutschland brauche deshalb mehr Fähigkeiten bis 2029 und technologische Überlegenheit bis 2035.

Für die kommt die Warnung zu einem Zeitpunkt, an dem sich auch bei der eigenen Planung Lücken auftun. Breuer sagte, die vorgesehene Stationierung des Long-Range-Fires-Bataillon in Deutschland werde offenbar nicht kommen. Die zuständigen Stellen prüften deshalb mit Hochdruck Übergangslösungen, darunter den Kauf am Markt verfügbarer Systeme. Breuer sagte, er sei zu dem Thema bereits im gewesen. Verteidigungsminister werde Ende des Monats nach Washington reisen, um den Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern weiter voranzutreiben.

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Auch die von den USA geplante Verlegung von 5000 Soldaten aus Deutschland sieht Breuer militärisch gelassen. Der Abzug sei beherrschbar, sagte er, und die Verlegung von 5000 von insgesamt knapp 40.000 Soldaten zurück bedeute nicht den Rückzug aus der Nato. Der strategische Effekt sei kein Game-Changer. Zugleich räumte Breuer ein, dass ein solcher Schritt vor Ort wirtschaftliche und soziale Folgen habe. Damit bleibt für Berlin die eigentliche Frage nicht, ob die Allianz wankt, sondern wie schnell Deutschland die Lücken schließt, bevor Russland die nächste Schwelle testet.

Auch von britischer Seite kam im selben Gespräch Rückenwind für die Linie enger Abstimmung. sagte, je näher man an der russischen Grenze sei, desto stärker spüre man die Bedrohung. Er verwies zugleich auf Präsident Donald Trumps Darstellung von Artikel 5 des NATO-Vertrags als unantastbar und nannte das „die Grundlage der erfolgreichsten Militärallianz der Geschichte“. Beide Militärchefs betonten die enge Zusammenarbeit ihrer Streitkräfte - ein Signal, das in der Debatte über aufrüstung und Abschreckung in Europa kaum deutlicher ausfallen könnte.

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