Beim Rundgang mit der NW zeigten Bewohner und Mitarbeiter vom Wohnheim Hüfferheide die Knackpunkte beim Bünder Frühlingsfest. Für Marco Schnurbusch wurde schnell klar, wie mühsam ein Besuch dort sein kann: Er schaffte es aus eigener Kraft nicht, über die Matten zu fahren.
Auch eine Begleitung geriet an ihre Grenzen. Die Szene beantwortet die Frage, die über dem ganzen Rundgang stand: Das Frühlingsfest in Bünde ist zwar ein großes Stadtfest, doch für Menschen mit Behinderung ist der Weg durch das Gelände nicht ohne Hürden.
Gerade deshalb bekam der Termin Gewicht. Nicht in einem Bericht über Pläne oder Versprechen, sondern mitten im Alltag auf dem Platz zeigte sich, was Barrierefreiheit konkret bedeutet. Wo andere Besucher einfach weitergehen, wird für Rollstuhlfahrer schon eine Matte zum Problem. Bei einem Fest dieser Größe entscheidet so etwas darüber, ob Teilhabe möglich ist oder nicht.
Der Rundgang machte auch deutlich, dass selbst Unterstützung nicht immer ausreicht. Wenn eine Begleitung beim Überqueren der Matten ebenfalls Schwierigkeiten hat, bleibt aus dem gemeinsamen Festbesuch schnell ein Hindernislauf. Der Text fragt ausdrücklich danach, wie gut Menschen mit Behinderung auf dem Bünder Frühlingsfest klarkommen – und die Antwort fiel an diesem Tag ernüchternd aus.
Für Bünde ist das mehr als eine Randnotiz. Das Frühlingsfest soll ein Ort für viele sein, nicht nur für die, die ohne Hilfe über das Gelände kommen. Wer dort mithalten will, braucht Bedingungen, die auch im Rollstuhl funktionieren. Genau daran misst sich, wie offen ein Stadtfest wirklich ist.
Der Blick auf das Frühlingsfest in Bünde zeigt damit kein abstraktes Problem, sondern ein sehr konkretes: Solange Matten und Wege Menschen mit Behinderung ausbremsen, bleibt die Einladung zum Mitfeiern für manche nur auf dem Papier stehen.
