Das Auswärtige Amt hat seit dem 11. Mai 2026 seine Reise- und Sicherheitshinweise für 14 Länder aktualisiert und dabei die Warnstufe für einige Ziele deutlich verschärft. Besonders hart fällt die Einstufung für die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar aus: Reisen dorthin werden dringend abgeraten.
Die Begründung ist klar und ungewöhnlich deutlich. Das Auswärtige Amt beschreibt die Lage in beiden Staaten im Mai 2026 als hoch volatil. Nach Angaben des Ministeriums hatte sich der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran Ende Februar 2026 verschärft; seit April gilt zwar eine Waffenruhe, doch die Lage bleibt aus deutscher Sicht instabil. Reisende müssten laut Warnung mit möglichen Angriffen auf Hotels, Flughäfen und Wohngebäude rechnen. Auch plötzliche Einschränkungen im Luftverkehr seien nicht ausgeschlossen. Wer über Dubai oder Doha umsteigt, solle alternative Routen prüfen.
Gerade für Dubai und Doha hat das Gewicht der Warnung Folgen weit über den Einzelfall hinaus. Die beiden Drehkreuze gehören für viele deutsche Urlauber und Geschäftsreisende zu den wichtigsten Zwischenstopps auf Langstrecken. 2025 kamen insgesamt 660.000 deutsche Besucher in die Vereinigten Arabischen Emirate; auch Katar gehörte zu den häufig genutzten Fernzielen. Die neue Einstufung trifft damit nicht nur klassische Urlauber, sondern auch Transitpassagiere, die die Risiken oft erst am Flughafen bemerken würden.
Der Vermerk zu den Emiraten geht weit über Sicherheitsfragen hinaus. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass CBD-Öl dort als illegale Droge gilt. Zudem seien die Alkoholgesetze sehr streng, teilweise gelte sogar 0-Promille. Wer Militäranlagen fotografiert, könne in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Gefängnisstrafen verurteilt werden. Solche Hinweise zeigen, dass die Reiseberatung nicht nur vor Gewalt warnt, sondern auch vor Gesetzen, die für ausländische Besucher schnell zur Falle werden können.
Die Woche der Aktualisierungen reicht aber weit über den Golf hinaus. Für Südafrika rät das Auswärtige Amt unabhängig von der Tageszeit von Besuchen der Innenstädte von Johannesburg, Pretoria und Durban ab. In Kapstadt hatte es zuletzt Sturmböen von bis zu 120 km/h gegeben, Straßen wurden überflutet und Flüge am Flughafen Kapstadt gestrichen. In Kenia warnt das Ministerium vor Treibstoffmangel; an Tankstellen auf dem Land werde teils nicht mehr geliefert. Seit März 2026 gelten Teile mehrerer Countys wegen Bandenangriffen als besonders gefährdet. In Bolivien sitzen Reisende seit dem 6. Mai 2026 wegen eines unbefristeten Streiks fest, wichtige Strecken etwa zum Titicacasee und nach Uyuni sind blockiert. Dort sollen Reisende in ihrer Unterkunft bleiben und keine Blockaden zu Fuß umgehen.
Die eigentliche Botschaft dieser Runde von Hinweisen ist nicht nur, dass 14 Länder betroffen sind. Es ist die Spannweite der Warnungen: von der dringenden Abratung bis zu Korrekturen im Kleingedruckten. Dass darunter einige der beliebtesten Fernreiseziele deutscher Urlauber sind, macht die Aktualisierung für viele unmittelbar relevant. Wer in diesen Tagen nach Dubai, Doha, Südafrika, Kenia oder Bolivien reist, sollte die Lage nicht als abstrakte Entwicklung lesen, sondern als konkrete Veränderung der eigenen Route, des Programms und im Zweifel der gesamten Reise.

