Das Auswärtige Amt hat seit dem 11. Mai 2026 die Reise- und Sicherheitshinweise für 14 Länder aktualisiert. Besonders scharf fallen die Warnungen für die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar aus: Von Reisen dorthin wird dringend abgeraten.
Grund ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Das Amt beschreibt die Lage im Mai 2026 als höchst volatil und warnt für die Vereinigten Arabischen Emirate vor möglichen Angriffen auf Hotels, Flughäfen und Wohngebäude sowie vor plötzlichen Einschränkungen im Flugverkehr in den Emiraten und in Katar.
Für deutsche Reisende ist das mehr als eine abstrakte Lagebewertung. Allein in den sieben Ländern mit belastbaren Daten waren zuletzt über 1,3 Millionen deutsche Urlauber pro Jahr unterwegs. Dubai zählte 2025 rund 660.000 deutsche Besucher, Südafrika knapp 291.000, Katar 165.000 und Namibia etwa 110.000 Touristen aus Deutschland. Die Textgrundlage verbindet damit aktuelle Sicherheitswarnungen mit Zielen, die für deutsche Urlauber besonders relevant sind.
Die Warnungen treffen nicht nur klassische Fernziele am Golf. In Südafrika rät das Auswärtige Amt vom Besuch der Innenstädte von Johannesburg, Pretoria und Durban unabhängig von der Tageszeit ab. Hinzu kommen dort Sturmböen bis 120 km/h, überflutete Straßen und gestrichene Flüge am Flughafen Kapstadt. In Kenia warnt das Amt vor Treibstoffengpässen; seit März stuft die Regierung dort Teile mehrerer Countys wegen Bandenangriffen als besonders gefährdet ein.
Auch in Bolivien hat sich die Lage zugespitzt. Seit dem 6. Mai 2026 sitzen Touristen dort wegen eines unbefristeten Streiks fest. Wichtige Routen sind blockiert, darunter die Strecke zum Titicacasee und nach Uyuni. Das Auswärtige Amt rät Betroffenen, in der Unterkunft zu bleiben und Blockaden keinesfalls zu Fuß zu umgehen.
Die Emirate bleiben trotz der Warnung ein Sonderfall. Dort wird CBD-Öl als illegale Droge eingestuft, es gelten sehr strenge Alkoholgesetze, teils mit 0-Promille-Regeln, und das Fotografieren militärischer Einrichtungen kann zu Haftstrafen führen. Gerade deshalb ist die aktuelle Einstufung brisanter als eine normale Reiseempfehlung: Eine Reisewarnung ist laut Text die höchste Stufe der staatlichen Risikokommunikation.
Seit April 2026 gilt zwar eine Waffenruhe, nachdem der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar 2026 eskaliert war. Doch die neue Lageübersicht zeigt, dass das Auswärtige Amt die Stabilisierung nicht als Entwarnung wertet. Für Reisende in Dubai, Katar oder Südafrika ist das vor allem eines: kein ferner Krisenbericht, sondern eine unmittelbare Frage, ob die geplante Reise noch sicher und planbar ist.
