Am Mittwoch stand Lena Oberdorf beim Abschlusstraining des FC Bayern in Köln auf dem Platz, in normaler Trainingskleidung und nur einen Tag vor dem DFB-Pokal-Finale gegen den VfL Wolfsburg. Die Nationalspielerin arbeitete dabei weiter an ihrem Comeback, doch für das Endspiel am Donnerstag um 16 Uhr ist sie noch keine Option.
Der FC Bayern sagte, die verletzten Spielerinnen seien nach Köln gereist, weil sie „zum Team gehören wie alle anderen auch“. Oberdorf ist nach Clubangaben noch nicht bereit und wird nicht im Spielkader stehen. Auch Sarah Zadrazil war trotz ihrer Verletzung in der Einheit dabei. Für die 24-Jährige ist die Rückkehr in den Wettkampfbetrieb erst in der kommenden Saison erwartet.
Oberdorf war im Oktober 2025 im Spiel gegen Köln zum zweiten Mal das Kreuzband gerissen. Für die 23-Jährige kam der erneute Rückschlag zu einem Zeitpunkt, als sie gerade erst ihr Comeback nach einer einjährigen Verletzungspause gefeiert hatte. Dass sie nun ausgerechnet in Köln wieder beim Team auftauchte, verlieh dem Finalort eine besondere Note, änderte aber nichts am sportlichen Befund: Bayern reist mit Oberdorf im Tross, nicht mit ihr auf dem Platz.
Das Finale hat dennoch eine klare Ausgangslage. Gegen den Titelverteidiger und Rekordsieger Wolfsburg gilt Bayern als Favorit. Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch sagte über Alexandra Popp: „Poppi ist dabei, hat trainiert. Ihr geht es gut, und sie ist einsatzfähig.“ Popp stand damit wie geplant im Training und soll am Donnerstag spielen.
Auch aus dem Bayern-Lager kam ein nüchterner Blick auf die Rollenverteilung. Svenja Huth sagte: „Die Rollen sind klar verteilt: Bayern geht als Favorit ins Spiel.“ Zugleich ergänzte sie: „Auf deren Seite liegt der Druck. Aber so fühlen wir uns wohl. Wir gehen mit Mut und Spaß ins Spiel.“ Linda Dallmann verwies auf die Pokalhistorie und sagte: „Wenn man die Vergangenheit im Pokal sieht, ist Wolfsburg der Favorit. Aber es kommt auf die Tagesform an. Es ist schwer, einer Mannschaft die Favoritenrolle zu geben.“
Für Bayern bleibt damit vor allem die Botschaft des Tages: Oberdorf ist zurück im Umfeld der Mannschaft, aber noch nicht zurück im Finale. Der eigentliche Maßstab ist nun nicht ihr Auftritt in Köln, sondern der Zeitpunkt, an dem sie nach ihrem zweiten Kreuzbandriss wieder ernsthaft eingreifen kann — und der liegt nach Clubangaben erst in der kommenden Saison.
