Royale Union SG und Anderlecht treffen am 14.05.26 im Belgischen Pokalfinale im König-Baudouin-Stadion in Brüssel aufeinander. Es ist ein Endspiel mit viel mehr Gewicht für Anderlecht als nur ein weiterer Termin im Kalender.
Für die Belgier aus dem Westen ist es die Chance auf das nationale Double, denn Union ist weiter im Rennen um den Titel in der Jupiler League. Für Anderlecht geht es darum, eine lange Durststrecke zu beenden: Der Klub hat den Pokal seit 18 Jahren nicht mehr gewonnen, verlor seitdem drei Finals und unterlag auch im Finale der vergangenen Saison Club Brugge.
Die Ausgangslage hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Union gewann den Pokal vor zwei Jahren und beendete damit eine 110 Jahre lange Wartezeit auf den Titel, bevor der Verein 2025 auch die belgische Meisterschaft holte. Anderlecht ist damit sportlich nur noch die Nummer zwei in Brüssel, obwohl der Klub traditionell als einer der großen Namen des Landes gilt.
Der direkte Vergleich spricht dennoch nicht automatisch für Union. Von den vergangenen acht Begegnungen endete nur eine mit mehr als 2,5 Toren, und die Prognose für dieses Finale geht von einem Remis nach der regulären Spielzeit aus. Vor einer möglichen Verlängerung werden höchstens zwei Tore erwartet. Das passt zu einem Duell, in dem Kleinigkeiten oft mehr entscheiden als offene Schlagabtausche.
Vor drei Wochen gewann Union das jüngste Aufeinandertreffen auswärts bei Anderlecht mit 3:1. Das war ein klares Ergebnis, aber nicht der Maßstab für die gesamte Rivalität: Union verlor fünf der vorherigen sechs Derbys gegen den Lokalrivalen. Gerade deshalb bleibt die alte Brüsseler Spannung erhalten, auch wenn die jüngste Formkurve auf Union zeigt.
Für Anderlecht ist das Finale damit mehr als eine Gelegenheit zur Revanche. Es ist ein Test, ob der Klub nach 18 Jahren ohne Pokalsieg und nach einer weiteren Niederlage im Vorjahr im entscheidenden Moment noch immer die Nerven für einen Titel besitzt. Union dagegen kann seine jüngste Dominanz mit dem nächsten großen Preis untermauern. In Brüssel geht es nicht nur um den Pokal, sondern um die Frage, wer die Stadt im Fußball derzeit wirklich prägt.

