Lesen: Montenegro: Dorfdenkmal in Donje Seoce restauriert nach jahrelangem Verfall

Montenegro: Dorfdenkmal in Donje Seoce restauriert nach jahrelangem Verfall

Veröffentlicht
0 Min. Lesezeit 9 Aufrufe
Anzeige

In dem Dorf Donje Seoce in der Crmnica nahe dem Skadarsee ist ein weißes Steinmonument aus dem Jahr 1961 restauriert worden, das an den Beitrag des Ortes zum antifaschistischen Kampf gegen die Besatzungstruppen der Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg erinnert. Die Arbeiten wurden von Fachleuten des Zentrums für Konservierung und Archäologie Montenegros ausgeführt und vom genehmigt.

Die Initiative zur Wiederherstellung des Denkmals begann 2021 mit . Er sagte, das Monument sei zuvor beschädigt und vernachlässigt gewesen; Wasser sei in die Struktur eingedrungen und es habe nicht gut ausgesehen. Finanziert wurde die Restaurierung von den örtlichen Behörden und den Einwohnern.

Für Lekić hat der Ort auch eine persönliche Bedeutung. Seine Vorfahren gehörten zu den namhaften Teilnehmern des Aufstands gegen die italienischen Besatzungstruppen, der am 13. Juli 1941 in Virpazar begann. Donje Seoce liegt rund 10 Kilometer von Virpazar entfernt, und das Denkmal steht damit nicht nur für lokale Erinnerung, sondern auch für einen der prägendsten Momente des Widerstands in Montenegro.

- Advertisement -

Die Sanierung fällt in ein Land, in dem der Umgang mit Denkmälern des Nationalen Befreiungskampfes weiterhin sichtbar ist. In Montenegro gibt es 581 rechtlich geschützte oder als Kulturerbe anerkannte Monumente zu diesem Thema; fast die Hälfte steht in Podgorica sowie in Nikšić, Cetinje und Zeta. Die meisten wurden zwischen den 1950er Jahren und den frühen 1980er Jahren errichtet, also in einer Zeit, in der die sozialistische Erinnerungspolitik das Landschaftsbild des Landes stark prägte.

Der Fall Donje Seoce verweist zugleich auf eine größere Frage, wie Montenegro seine Vergangenheit nach dem Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren behandelt hat. Anders als einige andere ehemalige jugoslawische Republiken schlug das Land nicht den Weg einer umfassenden historischen Revisionismus-Kampagne ein. Der Historiker sagte, der postkommunistische nationale Narrativ habe die sozialistische Zeit nicht als anti-montenegrinisch definiert. Extreme revisionistische Deutungen hätten sich auch deshalb nie durchgesetzt, weil Montenegro im Sozialismus wirtschaftliche Entwicklung erlebt habe und weil der Sieg, zu dem Montenegriner unverhältnismäßig stark beigetragen hätten, ein dauerhaftes Erbe geblieben sei.

Für Lekić ist die restaurierte Steinskulptur deshalb mehr als ein repariertes Denkmal. Sie soll, wie er sagte, jüngere Generationen an ihre ruhmreiche Geschichte erinnern. In einem Land mit vielen Schutzdenkmälern aus der Zeit des Widerstands ist Donje Seoce nun eines der Beispiele dafür, dass diese Erinnerung nicht nur bewahrt, sondern wieder sichtbar gemacht wird.

Anzeige
Diesen Artikel teilen