Lesen: Oreschnik erstmals gegen Kiew eingesetzt: Tote, Verletzte und schwere Schäden

Oreschnik erstmals gegen Kiew eingesetzt: Tote, Verletzte und schwere Schäden

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Russland hat Kiew in der Nacht auf Sonntag mit einem massiven Mix aus Raketen und Drohnen angegriffen. Mindestens vier Menschen wurden getötet, mehr als 60 weitere verletzt. Auch das ARD-Fernsehstudio im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt wurde schwer beschädigt und teilweise zerstört.

Die ersten Meldungen aus der Stadt kamen mitten in der Nacht. sprach zunächst von einem Toten und rund 20 Verletzten in Kiew, später erhöhte er die Zahl auf zwei Tote und 56 Verletzte. Die Militärverwaltung der Hauptstadt sprach von mehr als 40 beschädigten Orten. In der Stadt brannten und beschädigten Angriffe Wohnhäuser, eine Schule im Bezirk Schewtschenkowskyj wurde getroffen und fing Feuer. In einem Businesscenter brach ebenfalls ein Brand aus, Menschen saßen dort in einem Schutzraum fest. Nach Angaben des WDR stürzten im ARD-Studio Wände ein, Fenster zerbarsten und Technik wurde zerstört. Verletzte gab es dort nicht, weil zum Zeitpunkt des Angriffs niemand im Studio war.

Auch das Umland von Kiew wurde getroffen. sagte, die Region habe erneut einen schweren Angriff des Feindes mit Kampfdrohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen erlitten. Nach seinen Angaben wurden dort zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt. Der ukrainische Luftwaffensprecher meldete für den Angriff 600 Drohnen und 90 Raketen. 549 Drohnen und 55 Raketen seien abgefangen worden. Polen setzte wegen der Angriffe in der Ukraine seine Luftverteidigung in Alarmbereitschaft und ließ Militärflugzeuge starten.

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Der ukrainische Präsident sagte am Morgen, Russland habe bei dem nächtlichen Angriff zum ersten Mal eine Oreschnik-Rakete in der Nähe von Kiew eingesetzt. Nach seinen Angaben schoss die Rakete auf Bila Zerkwa im Gebiet Kiew ab. Russland bestätigte später den Einsatz der Oreschnik und erklärte zugleich, bei den Angriffen seien vier verschiedene Raketentypen verwendet worden.

Das Gewicht dieses Angriffs reicht weit über die Hauptstadt hinaus. Außenminister sprach von „einem der größten Terrorangriffe auf Kiew“ seit Beginn des Krieges. Die Zahl der Treffer, die zerstörten Gebäude und die Schäden an einem internationalen Fernsehstudio zeigen, wie weit der Krieg inzwischen selbst in der ukrainischen Hauptstadt greift. Zugleich deutet der bestätigte Einsatz der Oreschnik darauf hin, dass Moskau in dieser Phase des Krieges bereit ist, neue Waffensysteme öffentlich in den Angriff auf die Ukraine einzubinden.

Der Angriff traf auch andere Regionen. In der Region Tschernihiw wurden nach ukrainischen Angaben elf Menschen verletzt, in der Region Dnipropetrowsk sieben. Die Nacht auf Sonntag war damit nicht nur ein weiterer schwerer Schlag gegen Kiew, sondern ein landesweiter Angriff, der die Luftabwehr an mehreren Fronten band und die Gefahr für zivile Ziele weiter erhöhte.

Selenskyj sagte, die Attacke sei „wirklich unverantwortlich“ und es sei wichtig, dass das für Russland nicht folgenlos bleibe. Nach den Zerstörungen in Kiew und dem bestätigten Einsatz der Oreschnik wird nun besonders genau beobachtet werden, wie die Ukraine und ihre Partner auf einen Angriff reagieren, der zugleich militärische Eskalation und politische Botschaft war.

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