Die Steiermärkische Landesregierung hat am 21. Mai 2026 eine Anpassung der Förderungsrichtlinie für Sprachfördermaßnahmen in der Elementarpädagogik beschlossen. Die Mitteilung des Landes wurde am 22. Mai 2026 in Graz veröffentlicht. Das Paket soll dafür sorgen, dass die verfügbaren Mittel aus der laufenden 15a-Vereinbarung mit dem Bund bestmöglich ausgeschöpft werden.
Im Mittelpunkt steht ein Teilbetrag von 6,2 Millionen Euro aus Bundesmitteln, der für gezielte Sprachfördermaßnahmen eingesetzt werden kann. Das Land Steiermark beteiligt sich mit einer verpflichtenden Kofinanzierung von 52,5 Prozent; das Gesamtvolumen des Pakets steigt damit auf bis zu 13,65 Millionen Euro. Für die Praxis heißt das: mehr Personal für die Sprachförderung im Kindergartenjahr 2026/27, Förderung für den Ankauf von Sprachförderungsmaterialien für Kindergärten, alterserweiterte Gruppen und Kinderhäuser sowie Ausrüstung für die Sprachförderkräfte mit Spiel- und Fördermaterialien.
Zu den zusätzlichen Angeboten zählen auch praxisorientierte Materialien wie Bilderbücher und fachliche Begleithefte, die die alltagsintegrierte Sprachförderung der Kinder unterstützen sollen. Hinzu kommen Online-Kurse als flexibles und praxisnahes Fortbildungsangebot für jene Fachkräfte, die die zweimal jährlich verpflichtend durchzuführende Sprachstandserhebung begleiten. Wegen der hohen Nachfrage wird außerdem der Hochschullehrgang „Frühe sprachliche Förderung“ ausgebaut; künftig werden drei statt bisher zwei Lehrgänge angeboten.
Stefan Hermann sagte, frühe Sprachförderung sei eine der wirksamsten Investitionen für die Bildungschancen der Kinder. Manuela Khom betonte, Sprache sei der Schlüssel für Bildung, Teilhabe an der Gesellschaft und ein gutes Miteinander. Die Landesregierung verbindet die Aufstockung mit einem klaren Ziel: die Bundesmittel aus der Elementarpädagogik nicht liegen zu lassen, sondern sie in Personal, Materialien und Ausbildung zu lenken, wo der Bedarf am größten ist.
Die Zahlen zeigen, wie groß der Spielraum ist und wie eng er zugleich gefasst bleibt. Aus der laufenden Vereinbarung stehen der Steiermark insgesamt 83,3 Millionen Euro an Bundesgeldern für Ausbau und Sprachförderung zur Verfügung. Dass nun ein Teil davon sofort in zusätzliche Kurse, Materialien und Stellen fließt, ist auch eine Antwort auf die hohe Nachfrage nach qualifizierter Sprachförderung im Land. Für die Einrichtungen bedeutet das mehr Unterstützung im Alltag; für die Kinder geht es um die Grundlage für den weiteren Bildungsweg.
Die Entscheidung setzt damit nicht auf ein neues Projekt, sondern auf eine gezielte Ausweitung eines bereits laufenden Pakets. Genau darin liegt ihr Gewicht: Die Steiermark will die Mittel nun rasch dort einsetzen, wo sie im Alltag von Kindergärten, Kinderhäusern und Pädagoginnen und Pädagogen am direktesten ankommen.
