Lesen: Rainer Maria Schießler verteidigt Toni Faber vor Ruhestandsdruck

Rainer Maria Schießler verteidigt Toni Faber vor Ruhestandsdruck

Veröffentlicht
2 Min. Lesezeit
Anzeige

Der Münchner Priester hat sich hinter den Wiener Dompfarrer gestellt und die öffentliche Debatte um dessen geplanten Abschied scharf zurückgewiesen. In einem Interview bei sagte Schießler, Faber solle nach dem Willen des Wiener Erzbischofs im kommenden Jahr mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen.

Schießler machte aus seiner Haltung keinen Hehl. Er kenne Faber gut, habe ihn in Wien mehrfach besucht und von ihm ausführliche Domführungen bekommen, die den Stephansdom zeigten, wie ihn sonst niemand zeigen könne. Faber sei tief in seiner Pfarre verwurzelt wie ein Baustein des Doms, sagte Schießler. Für die Kirche könne es nichts Besseres geben als einen Dompfarrer wie ihn. Viele Menschen seien wegen Faber überhaupt erst in die Kirche gekommen.

Der Münchner Priester, der nach eigenen Angaben seit 30 Jahren sein Amt mit großer Hingabe, Kreativität und Mut ausübt, verwies auch auf Fabers Rolle bei und Staatsbegräbnissen. Faber sei ein geborener Wiener, der gehöre zu ihm, sagte Schießler. Sein einziger Rat an den Dompfarrer wäre, dort einen ordentlichen Frack zu tragen und nicht mit Priesterkragen aufzutreten. Als er auf die Diskussion um Faber angesprochen wurde, formulierte Schießler seine Solidarität unmissverständlich: Das seien alles seine Leute, und man solle froh sein, so jemanden zu haben.

- Advertisement -

Die Causa reicht über eine Personalie hinaus. Katholisch.de beschreibt Faber als Domdekan und Priester, der immer wieder im Blick der Medien und der Öffentlichkeit steht. Im Raum steht dabei auch die Frage, wie Faber mit dem Zölibat umgeht und wie öffentlich sein Privatleben sein darf. Schießler setzt dem sein eigenes, schlichteres Priesterleben entgegen. Gerade deshalb stößt ihn die Debatte um Faber auf, weil sie nach seiner Ansicht mehr Öffentlichkeit erzeugt, als er es sich wünschen würde, und dem Thema Zölibat nicht gerecht wird.

Am Ende bleibt ein klarer Befund: Schießler will nicht, dass Faber auf eine Belastung oder ein Problem reduziert wird. Für ihn ist der Wiener Dompfarrer ein Mann, der die Kirche geprägt hat, den Stephansdom nach außen getragen und viele Menschen überhaupt erst hineingeführt hat. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, ob Faber Aufmerksamkeit verdient, sondern warum die Kirche ausgerechnet auf jemanden verzichten sollte, den Schießler für einen ihrer wirkungsvollsten Seelsorger hält.

Anzeige
Diesen Artikel teilen