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Silent Hill trifft Tokio: Forza Horizon 6 und das Festival, das nicht schweigt

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ist da, und das sechste Spiel der beliebten -Reihe hat seinen Blick nach Japan gerichtet. Das Ergebnis ist zugleich eines der überzeugendsten virtuellen Reiseerlebnisse außerhalb der Yakuza-Serie und ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr diese Serie ihr eigenes künstliches Spektakel liebt.

Japan ist hier keine direkte Nachbildung, sondern eine schneekugelhafte Karikatur. Die Welt setzt auf Themenschauplätze, die großartig aussehen, auf brutale, hoch aufragende Beton-Highways, auf nachgebaute Straßen in Tokio und auf gelegentliche echte Wahrzeichen wie die Shibuya Crossing. Gerade deshalb fällt umso stärker auf, wie hartnäckig der -Rahmen alles andere überlagert.

Dieses absurde, erfundene Festival zieht sich durch Zwischensequenzen, Radiosender und die Events, an denen man teilnimmt. Es lenkt die Inszenierung immer wieder weg von dem Land, das das Spiel so überzeugend einfängt, und hin zu einer fortlaufenden Show, die jeden Moment wie eine Mission für Kulturpilger statt wie eine Fahrt durch Japan wirken lässt. Selbst die Radiosender sind voll mit Dialogen, die man als körperlich schmerzhaftes Geplapper beschreiben könnte.

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Dass das nicht nur ein Randproblem ist, zeigt auch die Art, wie über die Serie gesprochen wird. In einem jüngsten Urteil wurde festgehalten: „this series does not have characters, only delivery mechanisms for insipid chat.“ Andere Seiten haben inzwischen ganze Blogs, die sich allein dem Abschalten der In-Car-Dialoge widmen. Es ist ein erstaunlicher Beleg dafür, wie sehr das Festival-Konzept die Stärken des Spiels dominiert, obwohl es eigentlich nur schmückendes Beiwerk sein sollte.

Der Widerspruch ist dabei klar: Forza Horizon 6 verkauft Japan als Traumkulisse, liefert aber zugleich eine dauerhafte Geräuschkulisse, die diesen Traum immer wieder unterbricht. Genau deshalb bin ich inzwischen dazu übergegangen, so viel Dialog und verwandte Inhalte wie möglich auszuschalten. Das Spiel ist am stärksten, wenn es fahren lässt. Das Festival dagegen bleibt die eine Baustelle, die auch in der sechsten Runde noch nicht verschwunden ist.

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