Die Prognose für die Sozialversicherungsanpassung im Jahr 2027 ist nach neuen Inflationsdaten deutlich nach oben gegangen. Die nonpartisan Senior Citizens League hob ihre Schätzung nach dem April-Bericht auf 3,9 Prozent an.
Damit liegt die Erwartung höher als noch zu Beginn des Jahres, als Fachleute nur mit einer moderaten Erhöhung gerechnet hatten. Für Millionen Rentner in den USA ist das mehr als eine Zahl auf dem Papier: Die jährliche Anpassung entscheidet mit darüber, wie schnell ihre Leistungen mit den Preisen Schritt halten.
Im April stieg der Consumer Price Index for Urban Wage Earners and Clerical Workers, kurz CPI-W, im Jahresvergleich um 3,9 Prozent. Genau dieser Index ist die Messgröße, an der die Social Security ihre Lebenshaltungskostenanpassungen festmacht. Im Jahr 2026 erhielten die Leistungen bereits eine COLA von 2,8 Prozent.
Die Social Security-Anpassungen sollen Inflation ausgleichen, nicht überholen. Die endgültige Zahl für 2027 steht deshalb noch nicht fest, weil sie von den Veränderungen des CPI-W im dritten Quartal abhängt. Erst dann lässt sich erkennen, wie stark die Preisentwicklung bis zum Herbst tatsächlich ausfällt.
Das macht den Oktober zum entscheidenden Monat. Dann gibt die Social Security in der Regel die jährliche Lohnobergrenze, die maximale monatliche Leistung des Programms und die COLA für das folgende Jahr bekannt. Für die Betroffenen ist das die Zahl, auf die sie ihren Haushalt ausrichten müssen.
Gleichzeitig bleibt die Rechnung anfällig für Gegenwind. Steigen Verbraucherpreise weiter, können auch Medicare-Part-B-Prämien einen Teil der höheren Leistung sofort wieder auffressen, weil sie bei Doppelversicherten automatisch von den Zahlungen abgezogen werden. Senioren trifft das besonders hart, weil anhaltend hohe Preise ihre Budgets ohnehin schon belasten.
Hinzu kommt ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Sollte sich der Konflikt mit Iran beruhigen, könnten die Benzinpreise nachgeben. Das würde die Inflation etwas dämpfen. Bis dahin bleibt die Richtung aber klar: Je länger Preise hoch bleiben, desto größer wird der Druck auf Haushalte im Ruhestand.
Die Frage ist deshalb nicht, ob es 2027 eine Erhöhung geben wird. Nach den jüngsten Daten spricht vieles dafür, dass sie spürbar ausfällt. Offen ist nur, ob die endgültige COLA im Herbst noch höher oder wieder etwas niedriger liegt als die jetzt geschätzten 3,9 Prozent.
In den kommenden Monaten wird sich damit entscheiden, ob die erste Aufwärtskorrektur der Prognose auch die letzte bleibt. Für Senioren ist das der Unterschied zwischen einer kleinen Entlastung und einem weiteren Jahr, in dem die Anpassung kaum mit den Lebenshaltungskosten Schritt hält.

