Lesen: Deutscher Handballbund gerät nach Niederlagen gegen Dänemark unter Druck

Deutscher Handballbund gerät nach Niederlagen gegen Dänemark unter Druck

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Deutschlands Handballer haben innerhalb von zwei Tagen zweimal gegen Dänemark verloren und dabei mehr Fragen als Antworten mitgenommen. Nach dem 28:36 in Kopenhagen unterlag die Mannschaft von am Sonntag in Köln mit 29:31.

Besonders das zweite Testspiel hatte Gewicht, weil Dänemark in Köln auf mehrere Stammkräfte verzichtete und Deutschland dennoch nicht den Zugriff fand, den es für einen Sieg gebraucht hätte. Torhüter hielt die Auswahl mit zahlreichen Paraden lange im Spiel, doch am Ende reichte auch das nicht. Gislason sprach danach dennoch von vielen positiven Dingen in den beiden Partien.

Die Niederlagen treffen den in einer Phase, in der die Zeit bis zur Heim-Weltmeisterschaft 2027 knapp wird. Das Turnier beginnt in 240 Tagen, und für Gislason läuft der Vertrag als Bundestrainer nach dem Wettbewerb aus. Die beiden Duelle mit Dänemark gehörten zu den letzten Härtetests vor diesem Großereignis.

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Nach dem Spiel in Köln kam die schärfste Kritik aus Dänemark. sagte bei , Gislason habe seit der EM im Januar nichts dazugelernt, wenn es darum gehe, die Mannschaft als Einheit auftreten zu lassen. Er beschrieb Deutschland als deutlich schwächer als bei der und monierte eine Angriffslösung ohne klares Konzept.

Jakobsen nahm dabei besonders ins Visier. Wenn Knorr auf dem Feld stehe, drehe sich alles um ihn, sagte er; die anderen würden zu Statisten in einem „Knorr-Zirkus“. In der Schlussfolgerung sah der frühere Nationalspieler keine Entwicklung und kein Konzept, das die besonderen Stärken der jungen deutschen Spieler fördere, und er erklärte, er sehe keinen Grund für eine Verlängerung von Gislasons Vertrag.

Auch fand deutliche Worte und sagte, die DHB-Auswahl brauche mehr taktisches Geschick und einen Trainer mit einem Konzept, von dem die Spieler überzeugt seien. Der Vorwurf trifft einen wunden Punkt: Deutschland war schon im EM-Endspiel im Januar und im Olympiafinale 2024 gegen Dänemark hilflos geblieben. Die beiden jüngsten Tests haben daran wenig geändert, sondern eher bestätigt, wie groß der Abstand zu den besten Dänen noch ist.

Für Gislason, der die deutsche Mannschaft seit 2020 betreut, ist die Lage damit klarer, nicht einfacher geworden. Er verweist auf Fortschritte und einzelne gute Ansätze. Doch wenn der Maßstab Dänemark heißt, reicht das derzeit nicht. In 240 Tagen beginnt die Heim-WM, und bis dahin muss aus einer talentierten, aber noch zu oft zerfallenden Mannschaft ein Team werden, das nicht wieder an derselben Stelle stehen bleibt.

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