Lesen: Rheinmetall-aktie im Fokus: Wie der Rüstungskonzern immer mächtiger wird

Rheinmetall-aktie im Fokus: Wie der Rüstungskonzern immer mächtiger wird

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wird für die immer schwerer zu umgehen. Der Konzern, der lange vor allem für Panzer und andere Landsysteme stand, ist nach Jahren des Wachstums nun auch in Munition, Drohnen, Satelliten und seit Anfang 2026 über die Bremer Werft NVL im Marinegeschäft verankert.

Unter Vorstandschef hat sich der Umsatz des Unternehmens 2025 auf 9,9 Milliarden Euro verdoppelt. Bis 2030 peilt er bis zu 50 Milliarden Euro an. Das ist keine bloße Größenordnung, sondern erklärt, warum der Konzern inzwischen in Bereichen mitbestimmt, in denen der Staat kaum noch Ausweichmöglichkeiten hat.

Der Wettbewerbsrechtler sieht darin eine Entwicklung mit Langzeitfolgen. Die „“ bringe einzelne Akteure in eine entscheidende Funktion, die sich noch über Jahre auszahlen könne, sagte er. Das könne künftig zu starken Abhängigkeiten führen. Unternehmen, von denen man derart abhängig sei, lasse sich dann nicht mehr ganz so einfach regulieren, warnte Podszun.

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Genau diese Abhängigkeit ist bei Rheinmetall inzwischen nicht mehr theoretisch. In Deutschland verfügt die Bundeswehr in einigen Bereichen heute über keine echten Alternativen mehr. Besonders deutlich ist das bei Artilleriemunition, wo Rheinmetall eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. In den vergangenen Jahren erhielt der Konzern mehrere große Rahmenverträge der Bundeswehr für Munition mit einem Gesamtvolumen von mehr als 10 Milliarden Euro. Bei sogenannter tempierbarer Munition, die erst in der Luft und nicht erst beim Aufprall detoniert, gilt Rheinmetall in der Branche zugleich als teuer und marktbeherrschend.

Der Konzern wächst dabei nicht nur organisch. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 hat Rheinmetall massiv Tempo aufgenommen, Firmen in Deutschland, Spanien und Osteuropa gekauft, Joint Ventures gegründet und das Geschäft weit über die klassische Militärtechnik hinaus ausgebaut. fasste diese Präsenz knapp zusammen: „Rheinmetall mischt überall mit, wo Umsätze locken“. Hinter dieser Zuspitzung steht eine einfache Rechnung: Wo der Staat bestellt, will Rheinmetall mit am Tisch sitzen.

Das zeigt sich nun besonders deutlich beim F-126-Fregattenprojekt. Erst stieg Rheinmetall Anfang 2026 über NVL in das Marinegeschäft ein, dann legte der Konzern vergangene Woche ein Angebot für das seit Langem von Pannen geplagte Vorhaben vor. Rheinmetall verlangt dafür mehr als 12 Milliarden Euro. Ursprünglich sollte die niederländische Werft die Fregatten bauen. Zuletzt waren für das größte Marinebeschaffungsprojekt des Bundes bis zu 10 Milliarden Euro vorgesehen.

Für Verteidigungsminister verschiebt sich damit die Lage grundlegend. Er muss nun prüfen, ob es überhaupt eine Alternative zu Rheinmetall gibt, um das F-126-Projekt noch zu retten. Damit ist die Frage nicht mehr, ob der Konzern in der deutschen Sicherheitsarchitektur an Gewicht gewinnt. Die Frage ist, wie viel davon der Staat am Ende noch aus der Hand geben will.

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