Lesen: Chaos an der Tankstelle in Oberbayern: Preisschock löst langen Stau aus

Chaos an der Tankstelle in Oberbayern: Preisschock löst langen Stau aus

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An einer Tankstelle an der Bundesstraße 17 zwischen Landsberg am Lech und Schongau ist es am Mittwochabend, 20. Mai, zu chaotischen Szenen gekommen. Gegen 20 Uhr fiel der Dieselpreis auf der Anzeigetafel plötzlich auf 1,64 Euro pro Liter, der Superpreis auf 1,69 Euro pro Liter.

Kurz darauf wurden die Preise wieder erhöht. Dann wiederholte sich das Preis-Schauspiel noch einmal. Schon wenige Augenblicke nach dem plötzlichen Preisverfall bildete sich vor der Tankstelle ein langer Stau, zeitweise standen dort nach Angaben von vor Ort über 30 Autos in der Warteschlange für die Zapfsäulen.

Ob der Preisfall absichtlich ausgelöst wurde oder auf einen technischen Defekt zurückging, war zunächst offen. Klar ist nur: Seit dem 1. April gilt beim Sprit die 12-Uhr-Preisregel. Sie erlaubt Tankstellen, die Preise für Kraftstoffe nur einmal am Tag um 12 Uhr mittags anzuheben; Senkungen sind jederzeit möglich. Eingeführt wurde die Vorgabe nach dem , nachdem stark steigende Spritpreise viele Kunden verunsichert hatten.

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Der Vorfall in Oberbayern trifft damit auf eine Regel, die den Markt eigentlich transparenter machen soll, aber offenbar nicht überall zuverlässig beachtet wird. Eine Auswertung des Verbraucherdienstes auf Basis von Daten der ergab, dass deutschlandweit 2995 von 15.240 Tankstellen bis zum Stichtag 11. Mai die Preise insgesamt rund 17.000 Mal zu unerlaubten Zeiten erhöhten. Damit verstößt etwa jede fünfte Tankstelle gegen die Vorgabe.

Für die Fahrer an der B17 blieb am Mittwochabend vor allem der Eindruck eines kurzen, aber heftigen Ansturms auf billigeren Sprit. Wenn der Preissprung an der Anzeigetafel kein Zufall war, sondern Teil eines fehlerhaften oder missbräuchlichen Ablaufs, dürfte genau das nun im Mittelpunkt stehen.

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