Uli Hoeneß suchte am Sonntag im Münchner Rathaus kurz das Gespräch mit Konrad Laimer und setzte damit bei Bayerns Titel-Feier ein deutliches Zeichen. Der Ehrenpräsident gratulierte jedem Bayern-Profi beim Abstieg von der Bühne per Handschlag, ging dann zu Laimer hinüber und machte eine Geste, die wie eine Mischung aus kleinem Klaps und Wangenstupser wirkte.
Laimer grinste danach in Richtung Hoeneß, beide zwinkerten sich zu. Die Szene kam nicht aus dem Nichts: Bayern und der Österreicher hatten zuletzt über eine Vertragsverlängerung gestritten, und gerade in diesem Fall hatte das Verhältnis über Wochen nach außen deutlich härter gewirkt als die herzliche Geste im Rathaus. Hoeneß legte den Fokus anschließend auch öffentlich auf Wertschätzung. Auf DAZN sagte er: „Konni ist ein Spieler, den ich sehr schätze.“
Mit 28 Jahren gilt Laimer bei Bayern als einer der flexibelsten Profis im Kader. Er kann außen wie im Zentrum spielen, arbeitet viel gegen den Ball und wird intern als Spieler gesehen, der in mehreren Rollen einsetzbar ist. Genau dafür, so die Lesart bei Bayern, ist er wertvoll. Laut Berichten lag die Klubseite bei einer Verlängerung zuletzt bei rund 12 Millionen Euro Jahresgehalt, während Laimers Seite etwa 15 Millionen Euro gefordert haben soll. Sein Vertrag läuft bis 2027.
Hoeneß formulierte den sportlichen und öffentlichen Wert des Spielers noch deutlicher: „Er ist für die Mannschaft extrem wichtig, genauso für die Außendarstellung des Vereins.“ Dazu sagte er: „Er arbeitet unheimlich viel für das Team.“ Gleichzeitig setzte er eine klare Grenze nach oben: „Aber er ist eben nicht Maradona.“ Und weiter: „Und solche Spieler müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt.“
Die Rathausfeier folgte auf Bayerns Meisterfeier in München und brachte neben dem Klub auch die Stadtpolitik auf die Bühne. Hoeneß sprach dort auch länger mit Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause, der seit Anfang Mai offiziell im Amt ist. Krause übernahm das Rathaus nach Dieter Reiter, der Bayern schon seit Ende 2021 über Gremien des Vereins begleitet hatte. Die Begegnung zeigte, wie eng an diesem Tag sportliche Selbstvergewisserung und politische Repräsentation zusammenliefen.
Für Bayern ist die Szene mehr als Folklore. Hoeneß machte öffentlich, dass der Klub Laimer schätzt, aber auch Erwartungen an ihn hat. Nach dem jüngsten Streit um die Vertragsfrage wirkt das Zwinkern im Rathaus wie ein Signal der Beruhigung, nicht wie ein Abschluss. Entscheidend bleibt, ob aus der demonstrativen Nähe auch eine Einigung über die Zukunft des Mittelfeldspielers wird.

