Deutschlands Handballer haben auch den zweiten Härtetest gegen die dänische Männer-handballnationalmannschaft verloren. Vor fast 20.000 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena in Köln unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason am Sonntag mit 29:31, nach dem 28:36 in Kopenhagen war es die zweite Niederlage binnen weniger Tage.
Die Partie in Köln blieb bis in die Schlussphase offen, doch die Dänen verteidigten ihren Vorsprung auch dann, als sie mehrere Schlüsselspieler schonten. Mathias Gidsel, Magnus Saugstrup, Mads Hoxer und Thomas Arnoldsen gehörten zu den Akteuren, die diesmal nicht von Beginn an auf dem Feld standen. Deutschland bekam spät noch einmal die Chance, näher heranzukommen, doch Emil Nielsen kam kurz vor Schluss ins Tor und parierte zwei Rückraumwürfe von Renars Uscins.
Für Deutschland war es der nächste Rückschlag gegen einen Gegner, an dem sich das Team seit Jahren misst und seit April 2016 nicht mehr gewonnen hat. Die Bilanz gegen Dänemark ist inzwischen auf elf Niederlagen in Serie angewachsen. Auch in Kopenhagen hatte die deutsche Mannschaft zunächst lange hinterherlaufen müssen, lag zur Pause 13:21 zurück und verkürzte den Rückstand später noch einmal auf drei Tore beim Stand von 23:26, bevor die Niederlage mit 28:36 feststand.
Gislason sagte nach dem Spiel, er könne nicht sagen, dass Deutschland dicht an Dänemark dran sei. Zugleich verwies er darauf, dass die Mannschaft den Abstand zu dem Rivalen in den vergangenen zwei Jahren etwas verkürzt habe. Genau darum ging es in den beiden Testspielen: Sie sollten zeigen, wie weit Deutschland vor der Heim-Weltmeisterschaft im Januar tatsächlich ist. Die Dänen reisen weiter als Weltmeister, Europameister und Olympiasieger an und bestätigten auch ohne mehrere Stammkräfte ihre Sonderstellung.
Für Deutschland bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass die Lücke zu einem der derzeit Maßstäbe im Welt-Handball zwar kleiner geworden sein mag, aber weiter sichtbar bleibt. Wer gegen den Titelträger in zwei Spielen 64 Gegentore in Kopenhagen und 31 weitere in Köln kassiert, bekommt vor dem Turnier im Januar keine falsche Sicherheit geliefert. Die Antwort auf die Frage, wie nah Deutschland wirklich an die dänische Männer-handballnationalmannschaft herangekommen ist, muss das Team nun auf dem Weg zur Heim-WM auf dem Feld geben.

