Nicolas „Chicco“ Höfler bestreitet am Donnerstag sein letztes Profispiel für den SC Freiburg. Für den 36-Jährigen endet damit ein Kapitel, das vor 21 Jahren begann, als er als Junge aus Herdwangen im Oberen Linzgau in das Internat des Sport-Clubs kam.
Höfler war über Jahre die Nummer 27 und als defensiver Mittelfeldspieler eine feste Größe im Freiburger Zentrum. Nun steht er ein letztes Mal für den Klub auf dem Platz, nachdem seine Einsätze in der Saison 2024/25 deutlich zurückgegangen waren. Unter Trainer Julian Schuster, der seit Sommer 2024 im Amt ist, kam der frühere Leistungsträger meist nur noch von der Bank oder als Einwechselspieler.
Der Abschied trifft Höfler nicht kalt. „Ich hätte diesen Weg jetzt noch ein weiteres Jahr beschritten“, sagte er. Zugleich räumte er ein: „Ich kann schon auch emotional sein.“ Über die vergangenen Monate sprach er offen von einer Belastung. „Es war eine Herausforderung, mit allem umzugehen“, sagte er. Besonders schwer sei für ihn die Einsicht gewesen, dass sich seine Rolle nicht mehr zurückerobern ließ. „Ich habe dann erkannt, dass der Kampf nicht mehr gekämpft werden kann um einen Platz in der Mannschaft.“
Gerade deshalb hat dieser Abschied mehr Gewicht als ein normaler Karriereabschluss. Höfler war in Freiburg nicht nur ein Spieler mit der Rückennummer 27, sondern über Jahre ein Gesicht des Vereins im defensiven Mittelfeld. Dass sein Abschied nun kommt, ist auch ein Zeichen dafür, wie radikal sich im Fußball selbst langjährige Hierarchien verschieben können, wenn ein neuer Trainer andere Entscheidungen trifft. Ein früherer Mitspieler, Maximilian Eggestein, kam im August 2021 aus Bremen und teilte sich zeitweise das Zentrum mit ihm; nun geht Höflers Zeit im Breisgau zu Ende.
Der Sport-Club teilte mit, dass „Chicco wird dem Sport-Club erhalten bleiben“. Höfler hat bereits die nötige Trainer-B-Lizenz erworben. Auf die Frage nach seiner genauen Aufgabe hielt er sich bedeckt. „Dazu kann ich nichts sagen“, sagte er. „Das wird nach dem Europa-League-Finale bekannt gegeben.“ Damit ist klar: Das Spiel am Donnerstag schließt nur seine aktive Laufbahn ab, nicht seine Verbindung zu Freiburg. Wie genau diese künftig aussieht, soll nach dem Finale bekannt werden. Mehr dazu auch in Nicolas Höfler beendet seine Laufbahn bei SC Freiburg nach dieser Saison.

