Sylvia Walther will das Central Theater in Thale nicht aufgeben. Die langjährige Pächterin des kleinen Harzer Kinos sagte in diesem Jahr, dass sie trotz der schwierigen Lage für kleine Lichtspielhäuser weitermachen will.
Walther leitet das Kino seit 25 Jahren, seit 2001. Das Central Theater, das 2026 auf 115 Jahre zurückblickt, ist für viele Menschen in Thale mehr als nur ein Ort für Filme. Es steht für einen festen Platz im Alltag einer Stadt, die ihr Kino nicht verlieren will.
Für Walther ist dabei nicht nur die eigene Ausdauer wichtig, sondern auch das, was auf der Leinwand funktioniert. Filme, die in der Region gedreht wurden, kämen immer gut an, sagte sie. Als Beispiele nannte sie Der Medicus, Die kleine Hexe und Rose. Gerade Rose verweist auf die Nähe zwischen Kino und Region: Der Film ist ein österreichisch-deutsches Historien-Drama von Markus Schleinzer mit Sandra Hüller in der Hauptrolle.
Dass solche Titel in Thale ankommen, passt zu einem Haus, das seit 1909 besteht und damit tief in der Geschichte der Stadt verankert ist. In Zeiten, in denen kleine Kinos unter Druck stehen, bekommt diese Bindung zusätzliches Gewicht. Für Walther ist das keine theoretische Debatte. Sie sagt es schlicht: „Ich will nicht aufgeben“.
Der Satz beschreibt auch den Widerspruch, in dem das Central Theater gerade steht. Auf der einen Seite gibt es die lange Tradition, die Nähe zum Publikum und den Rückenwind durch Filme mit regionalem Bezug. Auf der anderen Seite stehen die schwierigen Zeiten, von denen kleine Kinos ebenso geprägt sind wie Walther selbst. Genau daraus zieht das Haus in Thale seinen Kampfgeist: Es lebt von einem Publikum, das nicht nur Karten kauft, sondern an einem Ort festhält, der seit Jahrzehnten Teil des Stadtbilds ist.
Wie lange sich dieses Modell gegen die Belastungen für kleine Kinos behaupten kann, bleibt die offene Frage. Sicher ist aber schon jetzt: Solange Walther das Sagen hat, soll das Central Theater in Thale nicht still werden.

