Tony Danza trug von 2000 bis 2002 44 Folgen lang die CBS-Serie Family Law mit, eine Rolle, die heute leicht übersehen wird, obwohl sie für ihn mehr war als ein weiterer Eintrag im Lebenslauf. Er spielte Joe Celano, einen links orientierten Anwalt, der in der zweiten Staffel zur Besetzung stieß und bis zum Serienfinale blieb.
Für Danza war das kein Nebenjob. Er sagte gegenüber einem Branchenmagazin, die Rolle sei eine „tremendous opportunity“ gewesen und er freue sich darauf, Dinge zu tun, die er zuvor nie gemacht habe. Er sei zudem begeistert gewesen, Teil einer Serie zu werden, die so gut geschrieben, gespielt und umgesetzt sei. Der Satz klingt größer als eine gewöhnliche Casting-Notiz, weil Danza damals längst mit Taxi und Who's the Boss? verbunden war und sich mit Family Law bewusst von diesem Bild wegbewegte.
Family Law startete 1999 bei CBS und stammte von Paul Haggis und Anne Kenney. Im Zentrum stand Lynn Holt, gespielt von Kathleen Quinlan, eine Anwältin, deren Ehemann sie für eine andere Frau verließ und eine konkurrierende Kanzlei eröffnete. Die Serie bewegte sich durch häusliche Rechtsstreitigkeiten, Sorgerechtsfälle und schwierige Scheidungen; zum Ensemble gehörten auch Christopher McDonald, Dixie Carter und Salli Richardson. Für Danza war das Feld vertraut genug, um glaubwürdig zu wirken, und gleichzeitig weit genug von seinen populärsten Rollen entfernt, um anders gelesen zu werden.
Genau darin lag der Reiz und zugleich die Spannung dieser Besetzung. Family Law blieb eine eher vergessene Serie, und die Zahlen spiegeln das hart wider: Die erste Staffel kam bei Kritikern auf 10 Prozent auf Rotten Tomatoes, gestützt auf zehn Rezensionen. Trotzdem hielt Danza die Figur nicht nur ein paar Gastauftritte lang, sondern übernahm Joe Celano für eine bemerkenswert lange Strecke. Von 2000 bis 2002 spielte er in 44 Episoden mit. Das ist keine kurze Zwischenstation, sondern eine echte TV-Phase.
Danza sagte später gegenüber CBS News, er habe zu Joe Celano eine Verbindung gespürt, weil die Figur seinen eigenen politischen Weg widerspiegele. „I really like him. It sort of mirrors my own political journey“, sagte er. Auf die Frage nach seiner früheren Haltung ergänzte er, er sei in den 1960er-Jahren aufgewachsen und während der Kent-State-Unruhen zur Schule gegangen, einer Zeit, in der er stark links gewesen sei, geprägt von „power to the people“ und Anti-Establishment-Denken. Damit bekommt die Rolle ein zweites Leben: nicht als bloßer Fernsehcharakter, sondern als Spiegel eines Schauspielers, der seine öffentliche Identität neu justierte.
Dass Family Law heute als nahezu verlorene Serie wirkt, ändert nichts daran, wie ungewöhnlich Danza dort eingesetzt wurde. Für einen Mann, der dem Publikum vor allem als Tony Banta und Tony Micelli im Gedächtnis blieb, war Joe Celano eine längere, politisch aufgeladene Abzweigung. Und genau deshalb ist diese Rolle heute noch interessant: Sie zeigt einen Schauspieler, der sich nicht auf seine bekanntesten Figuren reduzieren ließ und in einer Serie blieb, die trotz schlechter Kritiken für ihn persönlich Bedeutung hatte.
