Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Nach Angaben der Afrika CDC gibt es inzwischen mehr als 300 Verdachtsfälle und mehr als 80 Todesfälle; auch im benachbarten Uganda wurde ein Todesfall gemeldet.
Betroffen ist vor allem die nordöstliche Provinz Ituri. Der erste bestätigte Fall war eine Krankenschwester, die sich am 24. April in einer Gesundheitseinrichtung in Bunia mit Symptomen meldete, die auf Ebola hindeuteten. Später wurde der mutmaßliche Ursprung des Ausbruchs etwa 90 Kilometer entfernt in Mongbwalu verortet. Die WHO wurde am 5. Mai über einen Ausbruch einer Krankheit mit hoher Sterblichkeitsrate informiert, nachdem in der Gegend von Mongbwalu innerhalb von vier Tagen vier Menschen aus dem medizinischen Bereich gestorben waren.
Der Ausbruch trifft vor allem Menschen zwischen 20 und 39 Jahren. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Für Gesundheitsbehörden ist das ein Muster, das zeigt, wie tief sich das Virus bereits in Alltags- und Versorgungsstrukturen gefressen hat. Zugleich erinnert es daran, wie schnell Ebola dort Fuß fassen kann, wo medizinisches Personal als Erstes betroffen ist.
Die Demokratische Republik Kongo hat in den vergangenen 50 Jahren 17 Ebola-Ausbrüche erlebt. Dies ist nach Angaben der Afrika CDC bereits das dritte Mal, dass der seltene Bundibugyo-Typ ausbricht. Der Stamm wurde 2007 erstmals in Uganda festgestellt und tauchte 2012 auch im Kongo auf. Nach Angaben der WHO gibt es für diese Variante keinen zugelassenen Impfstoff.
Ebola ist eine seltene, lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch das Ebola-Virus verursacht wird. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind Ebola-Viren zoonotisch; Ausbrüche beginnen meist mit einer Übertragung vom Tier auf den Menschen. Danach verbreitet sich die Infektion in der Regel von Mensch zu Mensch durch direkten Körperkontakt oder über Körperflüssigkeiten. Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und 21 Tagen, im Schnitt bei sechs bis zehn Tagen. Früh können Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit und Gliederschmerzen auftreten, später auch Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag, Atemnot und Verwirrung.
Der kongolesische Gesundheitsminister hatte berichtet, dass einige Gemeinden die Krankheit zunächst für etwas Mystisches oder für Hexerei hielten und deshalb keine Hilfe bei Gesundheitsstationen und Behörden suchten. Genau darin liegt die eigentliche Gefahr dieses Ausbruchs: Er trifft nicht nur auf ein Virus, sondern auch auf Misstrauen, das die Suche nach Behandlung verzögert und die Weitergabe weiter beschleunigen kann.

