Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen des Ebola-ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Mit dem Schritt will die WHO die Nachbarländer in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Sie stellte zugleich klar, dass es sich nicht um einen Pandemie-Alarm handelt.
Bislang sind in der Demokratischen Republik Kongo etwa 250 Fälle und 80 Todesfälle bekannt, vor allem in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes. Dort wurden nach Angaben der WHO 8 nachgewiesene und 246 mutmaßliche Fälle registriert, darunter 80 mutmaßliche Ebola-Todesfälle. In der Hauptstadt Kinshasa ist bereits ein Fall nachgewiesen worden. Zwei infizierte Personen reisten aus dem Kongo nach Uganda, eine von ihnen starb ebenfalls. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC meldete für das Land zuletzt 336 Verdachtsfälle und 88 Todesfälle.
Die WHO bezeichnete den Ausbruch als ein „außergewöhnliches Ereignis“ und warnte, der ansteigende Trend von Verdachts- und Todesfällen in Ituri deute darauf hin, dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bislang entdeckt und berichtet. Ituri grenzt an Uganda und den Südsudan, und in dem am stärksten betroffenen Gebiet verschärfen eine fragile Sicherheitslage, eine humanitäre Krise und starke Bevölkerungsbewegungen die Lage.
Es ist der insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor gab es laut Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Variante: 2007 in Uganda mit 37 Toten und 2012 im Kongo mit 29 Todesfällen. Für diesen Stamm gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstituts NIH liegt die Sterblichkeitsrate bei etwa 37 Prozent und damit unter der des Zaire-Stamms, der in anderen Ausbrüchen bis zu 90 Prozent erreichte.
Die WHO warnte, alle zehn Nachbarländer der Demokratischen Republik Kongo seien nun einem hohen Risiko ausgesetzt. Kongo und Uganda sollten dafür sorgen, dass Infizierte und ihre Kontaktpersonen nicht in andere Länder reisen, hieß es. Andere Staaten sollten nach Ansicht der Organisation keine Reisebeschränkungen erlassen und ihre Grenzen nicht dichtmachen. Der Ausbruch im Osten des Landes ist damit nicht nur ein lokales Gesundheitsproblem, sondern ein Test für die Fähigkeit der Region, die Ausbreitung rechtzeitig zu stoppen.

