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Kuhattacke Osttirol: Frau stirbt, Mann nach Angriff außer Lebensgefahr

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Eine Kuhherde hat in Osttirol am Sonntag zunächst einen Mann angegriffen und später ein Ehepaar tödlich attackiert. Der Vorfall ereignete sich in derselben Weidefläche südlich der Isel, wo die Tiere Stunden zuvor bereits einen anderen Spaziergänger zu Boden gestoßen hatten.

Der frühere Verletzte sagte der , er sei am Sonntag gegen 9.25 Uhr auf dem Weg von Lienz nach Oberlienz gewesen, als Kühe ihn im selben Weidegebiet angriffen und zu Boden warfen. Dabei erlitt er einen Bruch von zwei Rippen. Nach seinen Angaben befanden sich in der Herde auch Mutterkühe.

Rund drei Stunden später kam es an derselben Stelle zur tödlichen . Ein Ehepaar war dort zu Fuß und ohne Hund in einem als Weidegebiet gekennzeichneten Bereich unterwegs, als mehrere Kühe die beiden angriffen. Die 67-jährige Frau starb noch an Ort und Stelle, ihr 65-jähriger Mann wurde schwer verletzt.

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Der Mann setzte trotz seiner Verletzungen einen Notruf ab und wurde mit dem Rettungshubschrauber an die geflogen. Dort wurde er am Montag auf der Intensivstation in stabilem Zustand behandelt und später als völlig außer Lebensgefahr beschrieben. Die frühere Attacke und der tödliche Angriff lagen damit nur drei Stunden auseinander.

In dem Weidegebiet waren 30 bis 40 Kühe aus mehreren Bauernhöfen der Umgebung unterwegs. Bis Montag war nicht geklärt, ob sich auch Kälber unter den Tieren befanden. Ebenfalls offen blieb, was die plötzliche Aggressivität einzelner Kühe ausgelöst hatte.

Der Fall reiht sich in einen Streit ein, der immer wieder aufkommt, wenn Wanderer auf weidende Tiere treffen. Schon 2014 hatte eine Kuh auf Tiroler Almboden eine deutsche Urlauberin attackiert und getötet. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen den Bauern damals ein. Später sprach das den Hinterbliebenen Schadenersatz zu, das Oberlandesgericht bestätigte die Entscheidung weitgehend und sah bei der getöteten Frau ein Mitverschulden von 50 Prozent. Beide Seiten zogen bis zum Obersten Gerichtshof, blieben dort aber erfolglos.

Für die Ermittler bleibt damit vor allem die Frage, warum dieselbe Herde an einem Sonntag erst einen einzelnen Wanderer und wenig später ein Ehepaar angriff. Klar ist nur: Die Tiere hatten sich schon vor dem tödlichen Vorfall auffällig verhalten, und für eine Frau aus Osttirol endete der Ausflug in die Weidefläche tödlich.

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