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Codelco unter Druck: Audit, Führungswechsel und neue Vorwürfe

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steht nach einem vorläufigen internen Audit und einem Führungswechsel an der Spitze erneut im Fokus. Ein Bericht des Unternehmens legt nahe, dass im vergangenen Jahr 20.000 Tonnen nicht autorisiertes Kupfer in die Produktion eingegangen sein könnten, während die Regierung am Donnerstag neue Direktoren ernannte und zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats machte.

Der bisherige Verwaltungsratschef bleibt noch bis zum 25. Mai im Amt. Doch die politische Botschaft kam bereits am Wochenende aus dem neuen Lager: sagte am Sonntag in , das Unternehmen sei „zweifellos außer Kontrolle“ und die neuen Direktoren müssten nun die Kontrolle zurückholen.

Mas machte den Vorwurf deutlich, dass nach dem Informationen vor dem Verwaltungsrat verborgen worden seien. Er sprach von einer Gruppe von Führungskräften, die nach dem Unglück Informationen zurückgehalten habe, und sagte, nun sehe man wieder eine Gruppe, die dem Gremium Informationen vorenthalte. Für den Konzern ist das brisant, weil sich die Vorwürfe nicht nur auf die Produktion, sondern auch auf Sicherheit und Unternehmensführung beziehen.

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Der frühere Vorwurf kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Codelco laut Mas bei der Produktion weit hinter den eigenen Zielen zurückliegt. Pacheco habe für 2025 eine Jahresproduktion von 1.700.000 Tonnen in Aussicht gestellt, sagte er. Tatsächlich bewege sich das Unternehmen „am Rand von 1.300.000 Tonnen“. Zugleich habe Codelco heute deutlich höhere Schulden als bei der Übernahme, und die Verschuldung werde nach seiner Einschätzung in den nächsten vier Jahren wahrscheinlich weiter steigen.

Mas beschrieb die Lage als mehrfache Krise. Es gehe um Produktion, Sicherheit und Management zugleich. Der Konzern müsse sich auf Kostenkontrolle und Produktivität konzentrieren, sagte er. Einige Projekte seien weit über dem Budget gelandet und hätten sich viel länger hingezogen als geplant. Das sei nicht ein einzelner Fehler, sondern ein Bündel von Problemen, das der neue Verwaltungsrat rasch angehen müsse.

Die Lage bei Codelco ist seit Monaten von mehreren Belastungen geprägt. Der vorläufige interne Prüfbericht, der die möglichen 20.000 Tonnen nicht autorisierten Kupfers aufwarf, nährt Zweifel daran, wie sauber die Produktionszahlen zuletzt waren. Wer das Unternehmen beobachtet, sieht deshalb nicht nur einen Wechsel an der Spitze, sondern eine Organisation, die ihre eigenen Kontrollen nicht mehr im Griff hat. Auch in einer jüngsten Übersicht über den Bergbausektor wurde darauf hingewiesen, dass keine Sparte von Codelco unter die Top 10 des Kupfers kommt.

Mas verband die Krise zugleich mit der Frage, wie der Konzern wieder wachsen soll. Eine Option sei, die mit privaten Bergbauunternehmen begonnene Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Solche Partner könnten Know-how, Kapital und Vermögenswerte einbringen, sagte er. Das sei aus seiner Sicht eine interessante Formel, um dem Unternehmen wieder Wert zu geben. Er stellte zudem klar, dass das Regierungslager trotz der Probleme weiter am Ziel festhalte, in den nächsten vier Jahren 300.000 Jobs zu schaffen.

Auch die Zahlen zum Ergebnis 2024 bleiben umstritten. Mas sagte, würde man die Bilanz bereinigen, läge das Ergebnis bei US$388 Millionen. Der Rest des ausgewiesenen Ergebnisses von US$2.478 Milliarden gehe auf eine buchhalterische Frage im Zusammenhang mit einer Lithium-Beteiligung zurück, die nichts mit Kupfer zu tun habe. Er verwies dabei auf das Joint Venture mit SQM. Für Codelco ist das mehr als eine Rechenfrage: Es zeigt, wie eng Produktion, Bilanz und politische Erwartungen inzwischen miteinander verknüpft sind.

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Mas sagte, die Regierung sei erst seit 67 Tagen im Amt. Genau deshalb müsse der neue Verwaltungsrat jetzt liefern. Die Frage ist nicht mehr, ob Codelco Probleme hat. Die Frage ist, ob der Wechsel an der Spitze schnell genug kommt, um aus einer Krise herauszuführen, die sich längst in Zahlen, Führung und Vertrauen zugleich festgesetzt hat.

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