Lesen: Elton: Sarah Engels landet beim ESC in Wien auf Platz 23

Elton: Sarah Engels landet beim ESC in Wien auf Platz 23

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stand am Samstagabend für Deutschland beim in Wien auf der Bühne, und ihr Auftritt bekam genau die Aufmerksamkeit, die die Show in diesem Jahr suchte. Die 33-Jährige sang „Fire“ kurz nach 21:12 Uhr in der Wiener Stadthalle, startete im weißen Kleid mit braunen Stiefeln und wechselte mitten im Lied in einen Glitzer-Body, bevor sie von einem zwei Meter hohen Kasten in die Arme ihrer Tänzer sprang.

Engels trat als zweiter Act auf. Genau diese Startnummer gilt unter ESC-Fans als „Death Spot“; in der 70-jährigen Geschichte des Wettbewerbs hat noch nie ein Beitrag von diesem Platz aus gewonnen. Für Deutschland endete der Abend trotzdem ernüchternd: Engels wurde auf Platz 23 gesetzt, nachdem die Show am Samstagabend in Österreich bereits zuvor Fahrt aufgenommen hatte.

Der Abend begann für das Publikum in der Stadthalle schon vor Engels’ Auftritt mit einer klaren Dramaturgie. Kurz nach 21:00 Uhr erschien der Vorjahressieger JJ auf der Bühne, ehe die Moderatoren und um 21:12 Uhr in der Wiener Stadthalle auftraten. Wenige Minuten danach war es an Engels, die drei Minuten zu nutzen, die nach ihrem eigenen Selbstverständnis alles entscheiden: „Es sind nur drei Minuten, um das Beste von mir zu zeigen“, hatte sie vor dem Auftritt gesagt. Und sie ergänzte: „Ich bin eine Frau, die sich traut, sich dem Ganzen zu stellen.“

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Der Auftritt selbst setzte auf Tempo und Showeffekte statt auf Zurückhaltung. Der Kleidungswechsel im Lied, der Sprung aus der Höhe und die direkte Übergabe in die Arme der Tänzer sollten offenbar den Eindruck einer großen, selbstbewussten ESC-Nummer erzeugen. Dass der Plan das Publikum spaltete, zeigte sich sofort danach in den Reaktionen auf sozialen Netzwerken: Ein Zuschauer schrieb, das sei „die beste Deutschland-Performance der letzten zehn Jahre“. Ein Fan nannte Engels „seit Lena endlich mal wieder eine ebenbürtige und ernst zu nehmende Vertretung für Deutschland“.

Andere waren deutlich härter. Unter den Kommentaren fanden sich Sätze wie „Deutschland 12 Punkte!“, „Liebe diese Diva aus Deutschland.“ und ebenso „Deutschland war gar nicht mal so gut“. Ein weiterer Nutzer schrieb: „Es tut mir leid, aber Deutschland war stimmlich schlimmer als Zypern.“ Ein anderer urteilte: „Leider wirkt Engels' Stimme etwas indisponiert. Schwache Vocalperformance und der Song ist eh etwas flach. Überzeugt mich gar nicht. Schade“. Am schärfsten fiel wohl das Fazit eines weiteren Nutzers aus: „Das ist ja eine Vollkatastrophe mit dem Gesang“.

Dass der Auftritt so polarisiert, passt zu einem Wettbewerb, in dem die Startposition oft genauso viel diskutiert wird wie der Song selbst. Die zweite Startnummer ist beim ESC seit Jahren berüchtigt, weil sie im Verlauf des Abends schnell untergehen kann. Für Engels war der Abend damit nicht nur ein Auftritt vor großem Publikum, sondern auch ein Test unter Bedingungen, die statistisch gesehen wenig Hilfe boten. Dass sie am Ende auf Platz 23 landete, zeigte, wie hart sich in diesem Format eine starke Inszenierung und ein guter Eindruck gegen Startreihenfolge, Konkurrenz und Live-Urteile durchsetzen müssen.

Für Deutschland bleibt damit vor allem die nüchterne Bilanz eines Abends, der nicht in einen Befreiungsschlag mündete. Engels brachte eine sichtbare, riskante und im Netz intensiv diskutierte Nummer auf die Bühne, doch der erhoffte Durchbruch blieb aus. Entscheidend war am Ende nicht nur, dass sie auftrat, sondern dass der zweite Startplatz auch diesmal wieder genau das bestätigte, was ESC-Fans seit Jahren befürchten: Wer dort singt, muss außergewöhnlich gut sein, um überhaupt im Gedächtnis zu bleiben.

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