Dortmund hat die Saison mit einem 2:0 bei Werder Bremen beendet und sich mit 73 Punkten den zweiten Platz gesichert. Für den Klub war es der Abschluss einer starken Spielzeit, auch wenn der Abstand zur Spitze am Ende deutlich blieb.
Niko Kovac wirkte nach dem letzten Pflichtspiel sichtbar erleichtert. Der Trainer sagte, er sei froh, dass der Stecker nun erst einmal gezogen werde und er in den Urlaub könne. An den freien Tagen, so Kovac, gehe es für ihn an den Strand, dazu ein bisschen Boccia, Karten spielen, entspannen, Spaß haben und vor allem gut essen, gut trinken und gut schlafen. Für eine Mannschaft, die den Druck bis zum Schluss getragen hat, war das der passende Ton zum Saisonende.
Die Bilanz spricht dennoch für sich. Mit 73 Punkten spielte Dortmund die fünftbeste Saison der Vereinsgeschichte und hielt sich damit klar in der Spitzengruppe. Zugleich lag Bayern München am Ende 16 Punkte vorn. Kovac formulierte deshalb keinen Größenwahn, sondern eine realistische Ansage für die nächsten Monate: Man wolle sich verbessern und den Abstand nach oben verkürzen, müsse aber anerkennen, dass die Bayern deutlich mehr Geld und mehr Superstars hätten. Einen Angriff auf die Münchner schon im kommenden Jahr sieht er nach eigener Einschätzung noch nicht.
Genau dort setzt die Arbeit im Sommer an. Dortmund will die Mannschaft weiterentwickeln, aber offenbar keinen großen Umbruch erzwingen. Der Klub hat bereits den 19 Jahre alten französischen Verteidiger Joane Gadou von RB Salzburg geholt, für den nach Angaben aus dem Umfeld knapp 20 Millionen Euro plus mögliche Boni fällig geworden sein sollen. Auch der Überblick über das Saisonende bei Werder Bremen, inklusive des Auftritts von Nmecha, fügt sich in die Phase ein, in der aus dem letzten Spieltag bereits die nächsten Personalfragen erwachsen.
Lars Ricken stellte zugleich klar, dass der Klub finanziell handlungsfähig bleibt. Kaderkontinuität habe ebenfalls Wert, sagte er, auch wenn es in der Mannschaft noch weitere Veränderungen geben könne. Vor allem im Angriff hält Ricken offenbar Anpassungen für möglich. Dort sei noch Luft nach oben bei Kreativität und Esprit, und genau das werde in den kommenden Wochen und Monaten die Aufgabe sein. Für den Sommer ist sein Grundsatz laut: so wenig wie nötig, im Zweifel aber auch so viel wie möglich.
Ricken will in den kommenden Wochen außerdem in die USA reisen, um einige Spiele und Spieler zu beobachten. Die sportliche Führung um ihn und den neuen Sportdirektor Ole Book dürfte damit zügig in die Planung für die neue Saison gehen. Im Juli beginnt Dortmund dann mit der Vorbereitung. Das Ziel ist klar: die Champions-League-Qualifikation sichern, stabil bleiben und die Teams hinter sich auf Abstand halten, ohne sich auf eine Transferoffensive einzulassen, die der Klub selbst nicht für nötig hält.

