Ac Milan reist am Sonntag zu Genoa und bestreitet damit das letzte Auswärtsspiel der Saison 2025/26 unter maximalem Druck. Massimiliano Allegri setzt dabei von Beginn an auf Christopher Nkunku, weil die Mailänder mit nur zwei Siegen aus den vergangenen acht Partien vom Scudetto-Kampf bis an die Schwelle zum Herausfallen aus den Top vier zurückgefallen sind.
Die Rechnung ist simpel. Gewinnt Milan die letzten beiden Spiele, ist ein Champions-League-Platz sicher. Verfehlen sie den ersten Schritt in Genua, wird aus einer angespannten Schlussphase schnell ein echter Absturz. Für Nkunku ist das Spiel auch persönlich wichtig: Der 24-Jährige hat in der Serie A bereits sechs Tore für Ac Milan erzielt, so viele wie in seinen beiden vorherigen Premier-League-Saisons bei Chelsea zusammen. Christian Pulisic trifft für Milan in dieser Saison zwar häufiger pro Einsatzminute, doch Allegri vertraut im Angriff auf Nkunku als Fixpunkt für die Partie an der Küste Liguriens.
Genoa hat mit Lorenzo Colombo einen Stürmer, der die Mailänder Abwehr bestens kennt. Der 24-Jährige ist mit sieben Ligatoren der beste Torschütze des Klubs, sein permanenter Wechsel wurde nach dem Klassenerhalt kürzlich bestätigt. Schon im letzten Duell der beiden Teams in San Siro brachte Colombo die Gäste in Führung, bevor Rafael Leao spät ausglich. Das Rückspiel verspricht deshalb nicht nur wegen der Tabelle, sondern auch wegen der Vorgeschichte eine klare Reibung.
Für Milan bleibt die Lage zugleich eng mit dem eigenen Kaderprofil verbunden. Adrien Rabiot ist der beste Torschütze des Jahres 2026 bei den Rossoneri, doch die Offensive hat über weite Strecken der Saison zu wenig geliefert. Das ist einer der Gründe, warum Spiele wie dieses nicht mehr verziehen werden. Daniele De Rossi, der Genoa betreut, würde mit einem Erfolg außerdem seinem geliebten Roma indirekt einen Gefallen tun.
Auf dem Platz zeichnen sich mehrere direkte Duelle ab. Nkunku dürfte es mit Marcandalli aufnehmen, während Colombo auf Matteo Gabbia trifft. Im Mittelfeld wartet das Duell zwischen Rabiot und Ruslan Malinovskyi, der in der Liga auf sechs Tore und drei Assists kommt. Auf den Flügeln dürfte Mikael Ellertsson, der für Genoa 34 Einsätze und 29 Starts verbucht hat, auf Davide Bartesaghi treffen. Dazu kommt das körperbetonte Kräftemessen zwischen Morten Frendrup und Ardon Jashari. Bartesaghi wird bei Milan als linker Wing-back erwartet.
Genau dort liegt auch die Spannung dieses Spiels. Milan kann die eigene Saison noch immer aus eigener Kraft retten, aber nur, wenn die Mannschaft im Strafraum endlich die Effizienz zeigt, die sie über Monate vermissen ließ. Genua ist dafür kein bequemer Ort. Und diesmal wird eine späte Rettung wie beim 1:1 im San Siro kaum reichen, wenn Ac Milan den Weg in die Champions League nicht am Sonntag selbst absichert.
Mehr zum Umfeld des Spiels und zur Lage der Rossoneri finden Leser auch in der weiteren Berichterstattung zum Duell Genoa – Ac Milan sowie zu den sich bewegenden Transferfragen rund um Milan.

