Heidi Klum machte nach der ersten Staffel von Germany’s Next Topmodel bei ProSieben eine klare Ansage: Sie wollte nur weitermachen, wenn ihr Name auf der Sendung steht und sie beim Schnitt das letzte Wort hat. Die 53-Jährige sagte im OMR Podcast, sie habe nach mehr als nur Mitwirkung verlangt und sich deutlich stärkere Rechte gesichert.
Dass diese Rückschau jetzt auf Interesse stößt, hat mit der 20. Staffel des Formats zu tun. In diesem Jahr gewann das Duo Aurélie und Ibo, beide erhielten 100.000 Euro und ein Cover-Shooting für Harper’s Bazaar. Der Blick zurück zeigt damit auch, wie früh Klum die Richtung einer der langlebigsten Reality-TV-Shows im deutschen Fernsehen festgezurrt hat.
Klum begründete ihre Forderung mit dem, was sie damals hinter den Kulissen sah. Sie sei mit der Produktion nicht zufrieden gewesen, weil das Team aus ihrer Sicht zu wenig Verständnis für das Modegeschäft gehabt habe. „Ich habe mir gedacht: Ihr seid Fernseh-Leute, kennt euch aber null aus mit meinem Geschäft“, sagte sie. Das Problem sei besonders an den Tagen sichtbar geworden, an denen sie selbst nicht am Set war.
Gerade dort lag der Reibungspunkt: Das Format war von Anfang an auf Klum und ihre Nähe zur Mode gebaut, doch die Abläufe liefen nach ihrer Darstellung zunächst nicht so, wie sie es aus der Branche kannte. Wenn sie nicht anwesend war, sei oft „irgendein Mist“ entstanden, sagte sie. Für eine Sendung, die ihre Marke und ihre Erfahrung in den Mittelpunkt stellte, war das ein Widerspruch, den sie nicht hinnehmen wollte.
Mit ihrem Ultimatum verschob Klum die Machtverhältnisse früh zu ihren Gunsten. Was ProSieben danach konkret an Schnitt und Produktion änderte, sagte sie nicht. Klar ist aber: Ohne ihren Namen und ohne Kontrolle über das Endprodukt hätte es Germany’s Next Topmodel in dieser Form wohl nicht so lange gegeben.

