Kronprinz Haakon hat seinen offiziellen Besuch in Japan um einen Tag verkürzt, weil es seiner Frau Mette-Marit sehr schlecht geht. Vor Journalisten sagte er in Japan, er fühle sich „weit weg von daheim“ und es sei wichtig, nach Hause zu kommen und mit Mette zusammen zu sein.
Die Reiseänderung rückt die Lage im norwegischen Königshaus heute erneut in den Mittelpunkt. Erbprinzessin Ingrid Alexandra will ihren Studienaufenthalt im australischen Sydney unterbrechen, um für ihre Mutter da zu sein. Damit ordnet die Familie ihre Pläne sichtbar um den Gesundheitszustand der Kronprinzessin herum.
Mette-Marit leidet seit 2018 an Lungenfibrose, einer unheilbaren Krankheit, die Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten verursacht. Im Dezember hatte das Königshaus angekündigt, dass sie früher oder später eine neue Lunge braucht. Zuletzt trat sie nur noch gelegentlich öffentlich auf, meist mit einem Sauerstoffgerät.
Die Belastung trifft eine Monarchie, in der auch die älteren Generationen weiter funktionieren müssen. König Harald V. und Königin Sonja gehen beide auf die 90 zu, Sonja war zuletzt zweimal kurz hintereinander mit Herzproblemen im Krankenhaus, Harald trägt einen Herzschrittmacher. Prinzessin Astrid, 94 Jahre alt und ebenfalls mit Herzschrittmacher, hilft weiter, wo sie kann.
Haakon sagte zugleich, er finde es beeindruckend, wie der König und die Königin trotz Alter und Krankheit ihre offiziellen Aufgaben wahrnähmen, und ergänzte, sie machten viel mehr, als man erwarten könne. Genau darin liegt der Druck auf das Haus: Während der Thronfolger Termine übernimmt und seine Tochter aus Sydney zurückkehren will, wächst die Verantwortung um eine schwer kranke Mette-Marit weiter, ohne dass klar ist, wie ihr medizinischer Zustand sich kurzfristig entwickelt.
In den vergangenen Monaten kamen noch mehrere Skandale hinzu, die die Familie zusätzlich belasteten, darunter der Prozess gegen Marius Borg Høiby und die Epstein-Dokumente. Für das Königshaus geht es damit längst nicht nur um einen veränderten Reiseplan, sondern um eine immer fragilere Balance zwischen Pflicht, Gesundheit und Nachfolge.

