Ein Erdbeben der Stärke 6,9 hat am Montag um 17:53 Uhr die Makrozone Norte von Chile erschüttert. Das Beben lag 20 Kilometer nordöstlich von Calama und war zwischen den Regionen Arica y Parinacota und Atacama zu spüren.
Senapred legte am Montagabend um 23:47 Uhr einen vorläufigen Schadensbericht vor. Darin hieß es, dass die Behörden Schäden an Gesundheitsinfrastruktur, Bildungseinrichtungen, Wohnhäusern und Straßen registriert hätten. In Teilen der Region Antofagasta kam es außerdem zu teilweisen Unterbrechungen der Stromversorgung. Am stärksten betroffen war Calama.
Die Lage in Calama trifft den Alltag unmittelbar. Senapred meldete Schäden in mehreren öffentlichen und schulischen Einrichtungen der Kommune. Das Cosam in Calama stellte wegen struktureller Schäden den Betrieb ein. Die SAMU-Büros arbeiteten wegen fehlenden Stroms nur eingeschränkt, ebenso das SAPU norponiente. Auch das SAR Calama verzeichnete leichte Schäden. In den Briant-Büros der PDI in Calama wurden ebenfalls Schäden festgestellt.
Im Bildungsbereich wurden an der Escuela Valentín Letelier, der Escuela Básica Andrés Bello und dem Colegio Ejército de Salvación Schäden noch geprüft. Das Bildungsministerium bestätigte, dass der Unterricht am Dienstag, dem 26. Mai, in allen Einrichtungen von SLEP Licancabur sowie in subventionierten privaten und privaten Schulen in Calama ausgesetzt wurde. In Antofagasta standen auch die technischen Prüfungen am Colegio Padre Alberto Hurtado noch aus.
Außerhalb der Stadt meldeten die Behörden weitere Folgen des Bebens. Im Sektor Río Grande in San Pedro de Atacama löste sich ein Felsbrocken. In der Wohnanlage Alto Covadonga in Tocopilla entstanden Risse in Häusern, auf der Ruta 1 dort wurden Materialablösungen festgestellt. In der Kirche von Quillagua in María Elena gab es leichte Schäden. Senapred sagte zugleich, auf den Hauptstraßen der Region habe es zum Zeitpunkt des Berichts keine Verkehrsunterbrechungen gegeben.
Auch die Stromausfälle waren noch spürbar. Insgesamt waren in der Region 5.044 Kunden ohne Versorgung. Davon entfielen 4.506 auf Calama, 366 auf Antofagasta und 172 auf Mejillones. Der Bericht blieb ausdrücklich vorläufig, und mehrere Schäden an Schulen und anderen Einrichtungen wurden weiter geprüft. Für die Bewohner der am stärksten betroffenen Kommune bleibt damit vorerst die sismologia de chile kein fernes Fachwort, sondern eine sehr konkrete Liste von Ausfällen, Sperrungen und beschädigten Gebäuden.

