Österreich trifft am Samstag um 20.15 Uhr live in ORF1 in Zürich auf Deutschland, und für beide Teams ist es das Spiel, das über den Viertelfinal-Einzug entscheiden kann. Für Österreich ist es die 38. Partie gegen Deutschland, für die Deutschen ist es nach dem 6:2 gegen Ungarn der letzte Weg zurück ins Rennen.
Die ÖEHV-Auswahl geht mit zwei spielfreien Tagen in die Partie und hat die ersten vier WM-Spiele, darunter die 0:9-Niederlage gegen die Schweiz, sichtlich abgeschüttelt. Kapitän Peter Schneider sagte, die Mannschaft habe sich körperlich und mental gut regeneriert; Dominic Zwerger ergänzte, die freien Tage hätten sehr gutgetan. Am Freitag stand erst am Nachmittag wieder ein Training auf dem Programm, nachdem Österreich vor dem Spiel zwei Tage ohne Spielrhythmus hatte.
Die Pause kam für das Team zur rechten Zeit. Schneider sprach davon, dass Abstand von der Eishalle wichtig gewesen sei. Vinzenz Rohrer wurde gegen die Schweiz geschont, was den Kader zusätzlich entlastete. Österreich hat bei dieser WM bislang drei Siege eingefahren, doch das Spiel gegen Deutschland hat ein anderes Gewicht: Es ist das erste Mal seit der Einführung des aktuellen WM-Systems mit zwei Achtergruppen, dass Österreich zwei Tage spielfrei hatte.
Die Vorgeschichte spricht nicht für einfache Minuten. In der WM-Vorbereitung verloren die Österreicher die Testspiele gegen Deutschland mit 3:4 und 2:5, einmal zuhause und einmal auswärts. Roger Bader machte vor dem Anpfiff keinen Hehl daraus, wie schwierig die Aufgabe wird. „Wir brauchen sicher ein perfektes Spiel, um sie zu schlagen“, sagte der ÖEHV-Coach. Über die deutsche Mannschaft fügte Schneider hinzu: „Sie sind körperlich präsent, gute Eisläufer. Da müssen wir ein Rezept finden.“
Deutschland kommt mit einem klaren Auftrag nach Zürich. Das Team von Harold Kreis braucht einen Sieg nach 60 Minuten, um im Kampf um einen Viertelfinalplatz im Rennen zu bleiben. Dass die Deutschen am Freitag Ungarn mit 6:2 besiegten, verschafft ihnen Rückenwind, aber keinen Fehlerraum. Moritz Seider gehört zum Kader und spielt bei Detroit an der Seite von Marco Kasper, was dem Duell eine zusätzliche NHL-Verbindung gibt. Österreichs Spieler verwiesen schon vorab darauf, dass Deutschland gegen die USA gezeigt habe, wie stark dieses Team Eishockey spielen kann.
Für Österreich ist der Abend deshalb mehr als ein weiteres Gruppenspiel. Es geht um den direkten Vergleich mit einem Gegner, gegen den man in der Vorbereitung zweimal verloren hat, und um den Beleg, dass die Erholung nach dem schweren WM-Start trägt. Bader fasste die Aufgabe knapp zusammen: „Wir konzentrieren uns auf das kleine Foto Deutschland.“ Genau dieses kleine Foto könnte für Österreich am Samstag den Blick auf die nächste WM-Runde öffnen.

