Berlin war am Samstag heiß, voller Fußballtrikots und voller Vorfreude. Bei 27 Grad, die sich im Tagesverlauf noch drückender anfühlten, waren zehntausende Fans des VfB Stuttgart in der Stadt unterwegs, um ihr Team im Pokal gegen Bayern zu unterstützen. Rund 25.000 VfB-Fans hatte der Verein für Berlin erwartet, viele von ihnen trafen sich am Alexanderplatz, bevor es weiter zum Spiel ging.
Michael, Andreas und Stefan hatten dafür schon in der Nacht alles hinter sich gelassen. Um Mitternacht fuhren sie von zu Hause los, stiegen auf der Schwäbischen Alb in den Bus und machten sich auf den Weg in die Hauptstadt. „Flüssigkeit ist wichtiger“, sagte Michael mit Blick auf die Hitze. Für andere begann die Reise nicht minder früh: Fynn, Heiko und Dominik starteten am Vorabend aus Stuttgart, legten einen Zwischenstopp in Hessen ein und kamen dann mit dem Zug weiter nach Berlin.
Auch auf den Straßen und Schienen war der Süden an diesem Pokaltag präsent. Eine Person aus der Gruppe flog mit dem Flugzeug an, Adrian, Stefan, Johannes und Jonas fuhren dagegen mit dem Auto los. Sie starteten um 4 Uhr morgens in Stuttgart und saßen sechs Stunden unterwegs, bevor sie in Berlin ankamen. Die vier sind 32, 26, 32 und 36 Jahre alt. Zwischen Bahnhof, Bus und Treffpunkt verband die Fans vor allem der Glaube an einen klaren Abend. „Wenn es um den VfB geht, dann kommt einfach immer gutes Wetter“, sagte ein Fan, während andere lieber nüchtern blieben: „Manche mehr, manche weniger.“
Die Hitze prägte die Stadt an diesem Tag ebenso wie das Spiel selbst. Viele Berliner zog es bei Sonne an die Badeseen, während die Fanmassen in der Innenstadt für zusätzliche Belastung sorgten. Zehntausende Fußballfans waren in Berlin unterwegs, und die Anreise zum Stadion wurde für die Infrastruktur der Stadt zum Härtetest. Dennoch blieb die Lage aus Sicht der Polizei am Nachmittag ruhig bis friedlich. Auf Anfrage beschrieb sie das Geschehen als veranstaltungstypisch.
Für die Stuttgarter Anhänger zählte vor allem der Abend und die Rückfahrt danach in den Süden. Der Optimismus war hörbar, manchmal auch überdreht. „Jubeln!“, rief einer in der Gruppe. Ein anderer legte sich fest: „Wir hauen die heute auf jeden Fall 3:0 weg“. Nicht alle waren so laut. Auf die Frage, ob die lange Reise und die Hitze den Tag schwer machten, kam nur ein knappes „Überhaupt nicht“. In Berlin war es am Samstag eben ein Pokaltag, an dem das Wetter, die Wege und die Erwartungen zusammenliefen — und an dem der VfB-Anhang zeigte, wie groß der Aufwand für ein einziges Spiel sein kann.

