Lesen: Air-france-flug 447: Pariser Berufungsgericht verurteilt Air France und Airbus

Air-france-flug 447: Pariser Berufungsgericht verurteilt Air France und Airbus

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Ein Pariser Berufungsgericht hat und im Fall wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Beide Unternehmen müssen jeweils 225.000 Euro zahlen.

Der Absturz von Flug AF 447 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris hat am 1. Juni 2009 228 Menschen das Leben gekostet, darunter 28 Deutsche. Die Airbus A330 verschwand nach dem Eintritt in eine Gewitterfront von den Radarschirmen und stürzte in den Atlantik.

Das Urteil kehrt ein früheres Ergebnis um: Zwei Jahre zuvor waren Air France und Airbus in erster Instanz noch vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Die hatte gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt und eine Verurteilung gefordert. Das Gericht stellte nun auch eine zivilrechtliche Haftung der beiden Unternehmen fest.

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Im Zentrum des Falls stehen zwei Vorwürfe. Airbus soll die Folgen eines Ausfalls der Geschwindigkeitsmesssonden unterschätzt haben. Air France wird vorgehalten, ihre Piloten nicht ausreichend auf eine Extremsituation wie jene des Unglücks vorbereitet zu haben. Ein Gutachten aus dem Jahr 2012 kam zu dem Schluss, die Besatzung sei von einer Lage überfordert worden, die eigentlich beherrschbar hätte sein sollen.

Der Rechtsstreit zog sich über viele Jahre hin. Ermittlungsrichter hatten das Verfahren 2019 eingestellt, erst 2022 kam der Fall vor Gericht. Die letzten Leichen und der Flugdatenschreiber wurden im Mai 2011 aus rund 4.000 Metern Tiefe geborgen. Mit dem Berufungsurteil rückt die juristische Verantwortung für eine der schwersten Katastrophen in der Geschichte der französischen Luftfahrt noch einmal schärfer in den Blick.

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